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Sprechstunde: Beckenbodenschwäche

Die Gynäkologin Anna Brucker erklärt.

Home » Leben » Sprechstunde: Beckenbodenschwäche - 04.2018

Gynäkologin Dr. Anna Brucker über Beckenbodenschwäche, wie sie sich bemerkbar macht –  und wie man am besten vorbeugt.

Wodurch kann der Beckenboden geschwächt werden?

Der Beckenboden schließt die Bauchhöhle nach unten hin ab und besteht aus drei Muskelschichten, die wie eine „Hängematte“ die inneren Organe auffangen. Ein starker Beckenboden gibt Halt und Stabilität. Wie jede Muskelgruppe braucht auch er permanentes Training, um nicht an Kraft zu verlieren. Schwangerschaften und Geburten sind die größte Herausforderung – durch die hormonellen Schwankungen und durch Dehnung oder Verletzungen bei der Geburt. Jede Erhöhung des Druckes oder des Gewichtes im Bauchraum führt zu einer Belastung und eventuellen Schwächung: chronischer Husten, schwere körperliche Arbeit, Übergewicht. Im Alter spielt dann auch Hormonmangel eine Rolle.

Wie macht sich ein schwacher Beckenboden bemerkbar?

Durch das Nachlassen der „Spannung der Hängematte“ kommt es zum Abrutschen der inneren Organe nach unten. Dadurch können Druck- und Zugsymptome, Fremdkörpergefühl und auch Schmerzen im Becken entstehen. Durch die Senkung der inneren Organe kann es dann zu Blasenschwäche mit ungewolltem Harnverlust beim Husten, Niesen, Lachen, beim Sport oder beim Heben schwerer Lasten kommen, weiters zur Senkung der Gebärmutter und der Scheide. Durch eine Schwächung des Schließmuskels des Afters kann es zum unwillkürlichen Abgang von Winden und auch Stuhl kommen. Somit entsteht eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität und des Lebensgefühls. Auch die Sexualität kann darunter erheblich leiden.

Mit welchen Möglichkeiten kann der Beckenboden gekräftigt werden?

Wie jeder Muskel im Körper sollte auch die Beckenbodenmuskulatur regelmäßig trainiert werden, besonders nach einer Geburt ist die Rückbildungsgymnastik sehr empfehlenswert. Spezielles Beckenbodentraining wird vielerorts angeboten, erfolgversprechend ist natürlich eine gewisse Regelmäßigkeit im Training. Auch die Elektrostimulation kann unterstützen, wenn man den Beckenboden nicht mehr „spürt“, also den äußeren Beckenbodenmuskel nicht mehr bewusst zusammenziehen kann (beispielsweise nach Geburtsverletzungen). Wichtig in diesem Zusammenhang erscheint mir die Bewusstmachung des Beckenbodens schon bei den Mädchen, am besten mit spielerischem Training.

BUCH TIPP Antworten von

Dr. Anna Brucker, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe in Eferding, Orthomolekulare Medizin, Akupunktur

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