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Sprechstunde: Fasten

Internistin Dr. Renate Zach erklärt.

Home » Leben » Sprechstunde: Fasten - 12.2017

Die Internistin Dr. Renate Zach über die beliebtesten Fasten-Methoden, die Vorteile des freiwilligen Verzichts für die Gesundheit und was man dabei beachten muss.

Was bringt Fasten für die Gesundheit?

Fasten ist nicht Hungern. lm Vordergrund steht der freiwillige Verzicht auf feste Nahrung und Genussmittel für eine begrenzte Zeit von meist 7 bis 14 Tagen. ln Kombination mit Bewegung, Kneippen, Entspannung, Anregung des Entgiftungsstoffwechsels und der Ausscheidung setzt das Fasten lmpulse für Körper, Geist und Seele. Überfüllte Speicher (Wasser, Salz- und Fettdepots) können sich entleeren. Darm, Leber, Nieren, Haut und Lungen können optimal entgiften. Allen Menschen innewohnende Selbstheilungsprozesse werden in Gang gesetzt. Durch die Regulierung des Stoffwechsels und die Ausschüttung harmonisierender Hormone verjüngt sich nicht nur das Hautbild, es werden auch Kreativität und Konzentrationsfähigkeit deutlich gesteigert.

Warum ist die professionelle Begleitung beim Fasten wichtig?

Eine gut ausgebildete Fastenbegleitung, beispielsweise über die Österreichische Gesellschaft für Gesundheitsförderung (ggf), berät die Fastenden nicht nur über die individuellen Möglichkeiten und individuellen Ziele des einzelnen Teilnehmers, sondern unterstützt auch dabei, diese zu erreichen. Zudem weiß der Begleiter auch über die verschiedenen Fastentypen Bescheid und hilft bei „Fastenwehwehchen“ wie Kopfschmerzen, Unwohlsein oder Hungergefühl, die insbesondere in den ersten Tagen auftreten können. Es wäre nicht im Sinn der Übung, den Organismus in den Fastenmodus hochzufahren und dann gleich wieder abzubrechen. Eine passende Begleitung können zudem gut recherchierte Fastenbücher sein.

Welche Form des Fastens ist am beliebtesten?

Sehr beliebt ist das Basenfasten als sanfte Fastenform, speziell bei Menschen, die nicht streng fasten dürfen oder wollen. Säurebildner wie Fleisch, Fisch- und Milchprodukte, Eier, Zucker, Limonaden, kohlensäurehaltige Getränke und Genussmittel werden gemieden. Auf dem Ernährungsplan stehen basische Lebensmittel, wie Gemüse, reifes Obst, Salate und Sprossen, Mandeln, kalt gepresste Öle, basische Brühen und Tees. Bewusst vermieden werden „seelische Säurebildner“ wie Stress, Angst, Wut, Ärger, Bewegungs- und Schlafmangel, aber auch übertriebener Sport.

Kann Fasten bestimmte Krankheiten positiv beeinflussen ?

Fasten beinhaltet vollwertige Ernährung (biologisch, reifes Obst und Gemüse, regionale Produkte, ökologisch und sozial nachhaltig), der Esskultur, Prinzipien der Chronobiologie, eines gesünderen Lebensstils und der Gesundheitsvorsorge. Richtig angewendetes Fasten kann aus diesem Prinzip heraus zahlreiche Krankheiten positiv beeinflussen, darunter Stoffwechselerkrankungen (Diabetes), Fettleibigkeit, chronisch entzündliche Erkrankungen, Herz- und Kreislauferkrankungen, Krankheiten des Stützapparates und des Bindegewebes, chronische Schmerzsyndrome, Fibromyalgie, Rückenschmerzen, degenerative Wirbelsäulenerkrankungen, Allergien, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Migräne, Krankheiten des Verdauungsapparates, hormonelle Störungen (Prämenstruelles Syndrom, klimakterische Beschwerden), Hauterkrankungen (Akne, Neurodermitis, Urtikaria).

Die fünf beliebtesten Fasten-Kuren

 

1. Das Basenfasten

Eine dankbare Fastenkur für Einsteiger ist das Basenfasten. Das Ziel der Kur ist es, den Basen-Säure-Haushalt im Körper zu regulieren. Denn ein Säureüberschuss kann im Körper zu Völlegefühl, Verstopfung und Magenproblemen führen. Außerdem wird der Stoffwechsel verlangsamt und man fühlt sich schlapp und müde.

Sieben Tage lang wird basisch gekocht und gegessen. Aufgrund der einfachen Umsetzbarkeit kann die Kur mehrmals im Jahr eingeschoben werden – zum Beispiel als Entlastung vor oder nach Weihnachten 😉 

2. Die Buchinger Methode

Durch den kompletten Verzicht auf feste Nahrung bei der Buchinger Methode schaltet der Körper auf Sparflamme und greift die Fettdepots an, die sich an Po und Hüften gesammelt haben. Wenn man sie durchhält ist diese Methode zwar äußerst effektiv, erfordert aber ein hohes Maß an Selbstdisziplin und -kontrolle.

Das Buchinger Fasten beginnt mit einem Entlastungstag, an dem der Körper vorbereitet wird, es folgen fünf Saft-Tage und dann Aufbautage, an denen der Körper wieder zur Nahrung hingeführt wird. Neben verdünntem Obst- und Gemüsesaft, erwarten einen während der Safttage ein Teller Gemüsebrühe und honiggesüßter Tee. Mineralwasser, Wasser und Kräutertee kann man zusätzlich trinken, so viel man will.

3. Das Suppenfasten

Das Suppenfasten eignet sich sehr gut für Fasten-Muffel, da man jeden Tag drei warme Mahlzeiten (Suppen) isst und so nicht den Fasten-Schock erlebt. Außerdem ist es praktisch, da man die Suppen einfach vorkochen und in der Thermoskanne mitnehmen kann. Man sollte sich davor aber informieren, welche Gemüsesorten sich gut zu einer Suppe verarbeiten lassen und welche nicht. Länger als eine Woche zu fasten ist nicht sinnvoll, weil sich der Körper an die geringe Kalorienzufuhr mehr und mehr gewöhnt. Stattdessen sollte man lieber öfters im Jahr auf diese Art und Weise fasten.

 

Grundsätzlich gilt: Bitte vorher gründlich über die jeweilige Kur informieren und, wenn nötig, ärztlichen Rat einholen.

4. Die F.X.-Mayr-Kur 

Diese Kur soll hektischen Essern helfen, bewusster zu essen, langsamer zu kauen und achtsamer mit ihrem Körper zu sein. Vor allem bei Verdauungsproblemen, Sodbrennen oder häufigen Kopfschmerzen kann diese Kur helfen. Ganz nebenbei verliert man bis zu fünf Kilo. Jeden Tag isst man hier drei Semmeln und trinkt einen halben Liter Milch. Dazu kommt Bittersalzlösung gegen Ablagerungen im Darm. Wichtig ist die ausreichende Flüssigkeitszufuhr – neben Wasser und Mineralwasser kann man den Ernährungsplan mit verschiedenen Heilpflanzensäften ein bisschen abwechslungsreicher gestalten.

5. Das Früchtefasten

Bei dieser Fastenmethode gibt es drei Tage lang nur Früchte. Egal ob Äpfel, Orangen, Beeren oder Ananas – Vitamine und Ballaststoffe aktivieren den Stoffwechsel und lassen das Fett schmelzen. Ergänzt wird das Ganze mit einer Honig-Apfelessig-Lösung, die man jeden Tag in der Früh zu sich nimmt (diese entwässert den Körper) und natürlich viel Wasser. Mindestens 2 Liter sollte man zu sich nehmen, da der Körper die Flüssigkeit braucht, um Giftstoffe auszuschwemmen!

BUCH TIPP Antworten von

Dr. Renate Zach, Fachärztin für innere Medizin und Nierenerkrankungen
LKH Graz
Referentin der ggf-Fastenakademie

Buchtipps zum Fasten

Ulrike Borovnyak: Fasten für Genießer (Brandstätter Verlag Wien)
Das Buch zeigt, wie man aus dem gewohnten Alltag aussteigen kann, um sich ganz auf sich selbst zu besinnen. Kurz: Was gesund ist und dem Körper wohl tut. Und das hat nicht unbedingt mit Verzicht zu tun.

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