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Sprechstunde: Frühjahrsmüdigkeit

Internist Dr. Thomas Schwingenschlögl gibt Tipps.

Home » Leben » Sprechstunde: Frühjahrsmüdigkeit - 03.2017

Dr. Thomas Schwingenschlögl, Facharzt für innere Medizin und Rheumatologie in Wiener Neudorf, erklärt die Ursachen von Frühjahrsmüdigkeit – und was man dagegen tun kann.

Was verursacht Frühjahrsmüdigkeit?

Die Ursache der Frühjahrsmüdigkeit ist noch nicht vollständig geklärt. Sicher dürfte aber sein, dass Hormone für die Beschwerden mitverantwortlich sind. Im Winter wird von der Zirbeldrüse im Gehirn verstärkt das Schlafhormon Melatonin ausgeschüttet, das für Entspannung sorgt. Mit der kräftigeren Sonne und dem vermehrten Tageslicht steigt dagegen der Spiegel der Botenstoffe Serotonin und Dopamin. Vor allem das Glückshormon Serotonin kurbelt den Kreislauf an. Es dauert allerdings einige Zeit, bis das Glückshormon das Duell gegen das müde machende Melatonin für sich entscheiden kann. Dieses Match des Muntermachers gegen das Schlafhormon fordert seinen Tribut. Und kann dem Körper ordentlich zusetzen, bis er in den Genuss der positiven Frühlingsgefühle kommt.

Welchen Einfluss haben Wetter und Zeitumstellung?

Auch die Wetterlage spielt eine Rolle und ringt vor allem dem Blutkreislauf vermehrte Anpassungsfähigkeit ab: Aufgrund der steigenden Temperaturen weiten sich die Blutgefäße. Der Blutdruck sinkt, wir werden müde. Rasche Wechsel zwischen kalt und warm belasten den Kreislauf zusätzlich. Kein Wunder also, wenn das Aprilwetter nicht gerade gute Laune macht. Damit nicht genug, raubt uns auch die unvermeidliche Zeitumstellung eine Stunde vom wertvollen Schlaf. Bis die innere Uhr wieder taktrein läuft, kann es dauern. Zwei Wochen kann der Organismus durchaus dafür in Anspruch nehmen. Ausreichender Schlaf ist hier besonders wichtig.

Was sollte man bei der Ernährung beachten?

Die ausgelaugten Vitaminspeicher und der Mangel an natürlichen Vitalstoffen schwächen im Frühjahr das Immunsystem. Am besten begegnet man dem mit bewusster Ernährung. Sie be­inhaltet in erster Linie frisches Obst und Gemüse der Saison. Vollkornprodukte liefern wichtige Vitamine und Spuren­elemente, ebenso Kartoffeln und Hülsenfrüchte. Alkoholische Getränke sind wahre Energieräuber. Über ein paar Wochen Abstinenz nach der Faschings- und Ballsaison freut sich nicht nur die Leber.

Was macht mich sonst noch munter?

Neben genügend Schlaf ist viel Bewegung wichtig im Kampf gegen den verlängerten Winterschlaf. Den eingekehrten Schlendrian vertreibt man am besten durch vermehrte Freiluft­aktionen. Ausdauersportarten wie Laufen, Nordic Walking, Radfahren oder Inlineskaten pushen den Kreislauf und die Produktion von Serotonin und dem Wachstumshormon. Wer die vergan­genen Monate als Couch-Potato verbracht hat, sollte langsam anfangen. Ein gezieltes Training beginnt idealerweise mit einem Herz-­Kreislauf-Belastungstest.

Antworten von:
Dr. Thomas Schwingenschlögl
Facharzt für innere Medizin und Rheumatologie in Wiener Neudorf

 

 

 

 

5 Tipps gegen Müdigkeits-Attacken

 

1. Vitaminreiche Kost: Nach den gehaltvollen Wintergenüssen sollte jetzt viel regionales Obst und Gemüse am Speiseplan stehen. Vollkornprodukte mit B-Vitaminen fördern die Produktion des Glückhormon Serotonin.

2. Lebenselixier Wasser: Flüssigkeitsmangel führt zu niedrigen Blutdruck und in weiterer Folge zu Müdigkeit. Werden die Reserven wieder aufgefüllt, pendelt sich auch der Blutdruck ein. Die Tibetische Medizin rät, pro Kilogramm Körpergewicht 30 ml warmes Wasser zu trinken. Bei 60 Kilogramm sind das 1,8 Liter täglich.

3. Detox aus der Natur: Hafer- und Sandornsaft oder Brennesseltee gelten mit ihren Aktivstoffen als bewährte Hausmittel zur Entgiftung. Eine weitere Möglichkeit ist eine Vitalkur mit Tibetischen Kräutern.

4. Wechselbäder: Kaltes Wasser wird seit langem als Muntermacher eingesetzt. Am einfachsten kann man eine Wechseldusche am Morgen in den Tagesablauf integrieren: 30 Sekunden körperwarm duschen, dann drei Sekunden mit kaltem Wasser, insgesamt drei Mal wechseln und mit einem kalten Guss beenden.

5. Richtig Luft holen: Durch flache Atmung wird nur ein Teil des Lungenvolumens genützt, der Sauerstoffgehalt des Blutes sinkt und man ermüdet. Tiefe Atemzüge in den Bauch hinein setzen neue Kräfte frei. Danach langsam ausatmen.

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