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Sprechstunde: Hallux valgus

Fußspezialist Dr. Ernst Orthner erklärt.

Home » Leben » Sprechstunde: Hallux valgus - 06.2018

Fußspezialist Dr. Ernst Orthner über das Frauenproblem X-Zehe,wie man es behandelt, und wie man rechtzeitig vorbeugt.

Wie äußert sich Hallux valgus?

Die X-Zehe (Hallux valgus) ist ein typisches Frauenproblem. Geschätzt zehnmal mehr Frauen als Männer sind davon betroffen. Typisches Merkmal ist die Vergrößerung des Fußballens der großen Zehe auf der Innenseite des Fußes sowie das Abwenden der Großzehe nach außen. Dabei ist das Großzehengrundgelenk häufig geschwollen, gerötet und druckempfindlich. Schmerzen können, müssen aber nicht auftreten. Ist der Schleimbeutel gleichzeitig entzündet, führt das zu stechenden Schmerzen beim Gehen, die Belastbarkeit des Fußes nimmt ab und die Schuhe drücken vermehrt oder passen gar nicht mehr (Schuhkonflikt). Zu den möglichen Folgeschäden des Hallux valgus zählen die Deformierung der kleineren Zehen zu sogenannten Krallen- oder Hammerzehen und die Fehlbelastung der benachbarten Gelenke – Sprunggelenk, Knie und Hüfte.

Wann muss ein Hallux valgus behandelt werden?

Sobald die Fehlstellung auftritt, kann sie mit konservativen Mitteln langfristig nicht mehr rückgängig gemacht werden. Zu den Behandlungsmöglichkeiten in leichteren Fällen zählen entzündungshemmende Medikamente, breiteres Schuhwerk, Physiotherapie mit Zehengymnastik und Einlagen. Sogenannte Orthesen können zur Entlastung im Schuh getragen werden, sie entlasten den Vorderfuß und korrigieren die Zehenstellung. Führt die Hallux-valgus-Fehlstellung zu Schmerzen im Fuß, Gehbehinderungen oder Folgeschäden, wird eine Operation empfohlen. Die Wahl der Operationsmethode ergibt sich aus der persönlichen Erfahrung und individuellen Einschätzung des behandelnden Arztes.

Wie kann man der Entstehung eines Hallux valgus vorbeugen?

Die Ursache des Hallux valgus ist meist eine Kombination aus dem Tragen moderner Schuhe und erblicher Vorbelastung. Hohe Absätze und enge, spitze Schuhe belasten den empfindlichen Vorderfuß. Sie sollten im Idealfall nur gelegentlich, im Wechsel mit bequemen und gesunden Schuhen getragen werden – flachere Modelle mit ausreichend Zehenspielraum. Die beste Vorbeugung wäre, sich häufiges Barfußgehen anzugewöhnen. Entscheidend ist auch die frühzeitige Fußberatung bei Auftreten der ersten Symptome. Die Möglichkeiten der operativen Korrektur sind umso vielfältiger, je früher die Diagnose gestellt wird.

Antworten von:
Univ.-Doz. Dr. Ernst Orthner
Facharzt für Unfallchirurgie, Fußzentrum Wels + Klagenfurt

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