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Sprechstunde: Hautpflege im Winter

5 Fragen. Und 5 Antworten von Hautärztin Ao. Univ.-Prof. Dr. Gudrun Ratzinger.

Home » Leben » Sprechstunde: Hautpflegeim Winter - 12.2015

Was mit der Haut im Winter passiert. Wie man ihre Barriere stärkt. Und noch mehr Hautpflege-Tipps von der Expertin.

Welchen Einflüssen ist unsere Haut im Winter ausgesetzt? Was passiert mit unserer Haut im Winter?

Ständige Wechsel zwischen trockener Heizungsluft und klirrender Kälte im Freien belasten die Haut. Durch die geringere Luftfeuchtigkeit der Winterluft im Freien und noch mehr in beheizten Räumen trocknet die Haut auch leichter aus. Sie wird im Winter weniger durchblutet und damit auch weniger mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Wind, UV-Strahlung und Schadstoffe können die Haut blass, spröde und rissig machen und zu Spannungsgefühlen, Schuppenbildung und Juckreiz führen. Ist die Hautbarriere geschwächt, geht noch leichter Feuchtigkeit verloren und Krankheitserreger dringen leichter in die Haut ein.

Wie stärkt man die Hautbarriere gegen diese Strapazen?

Bei frostigen Temperaturen ist es ratsam, eine fetthaltige Salbe zu verwenden. Wirkungsvoll sind fettreiche Salben auf Wasser-in-Öl-Basis. In jedem Fall gilt es, die Pflege individuell dem jeweiligen Hauttyp anzupassen. Wer zu trockener Haut neigt, sollte bei Bedarf mehrmals täglich nachcremen. Hier sind auch Hautpflegeprodukte mit Urea (Harnstoff) zu empfehlen, einem Inhaltsstoff, der Wasser in der obersten Hautschicht binden kann. Sogenannte Ceramide können zudem der Haut dabei helfen, den Mangel an Fetten auszugleichen, der bei trockener Haut oft vorliegt. Ceramide gehören zu den Fetten (Lipiden) und kommen auch natürlicherweise in der Haut vor.

Ein Mangel an Lipiden in den Hautschichten fördert den Feuchtigkeitsverlust und kann daher die Hautbarriere schwächen. Zusätzlich können regelmäßiges Lüften und Luftbefeuchter für ausreichend Luftfeuchtigkeit sorgen, die dem Austrocknen der Haut entgegenwirkt.

Was sollte man jetzt vermeiden?

Alkoholhaltige Peelings, Gesichtswässer und -bürsten verwendet man jetzt besser mit Vorsicht oder nach Rat vom Arzt. Sanfte Reinigungsmilch, sparsam verwendete seifenfreie, rückfettende Waschlotionen und Pflegemasken entziehen der Haut weder Feuchtigkeit noch Fett; langes oder heißes Duschen und Baden dagegen schon. Rückfettende Dusch- und Badeöle bilden einen schützenden Fettfilm, danach cremt man mit einer feuchtigkeitsspendenden Lotion nach. Gegen Juckreiz helfen harnstoffhaltige Salben. Sonnenschutz ist auch im Winter Pflicht. Schnee reflektiert das UV-Licht und belastet die Haut sogar noch stärker.

Frau mit Haube im Winter

Schutz.Auch im Winter ist Sonnenschutz unverzichtbar.

Können sich Hautkrankheiten im Winter verschlechtern?

Das atopische Ekzem (Neurodermitis) verschlechtert sich bei vielen Patienten im Winter, da die Ekzemneigung durch die Lufttrockenheit begünstigt wird. Zusätzlich reduziert sich auch die entzündungshemmende Wirkung des Sonnenlichts. Das betrifft auch Patienten mit Psoriasis (Schuppenflechte), die sich ebenfalls im Winter oft verschlechtert. Weiters zu erwähnen ist die Raynaud-Symptomatik, die durch Kälte ausgelöst werden kann. Dabei verfärben sich einzelne Finger zunächst weiß, dann blau, dann rot (Tricolore-Phänomen), was auch mit Schmerzen verbunden ist.

Wie kann man die Haut sonst noch schützen?

Der mechanische Schutz durch Handschuhe ist besonders wichtig. Außerdem sollte nach Möglichkeit ein- bis zweimal täglich eine fetthaltige Creme in die Hände einmassiert werden. Dabei die feinen Nagelhäutchen nicht vergessen. Sie werden massiert, eventuell vorsichtig zurückgeschoben, aber keinesfalls geschnitten. Wenn die Hände eine besonders intensive Pflege brauchen, über Nacht eine Salbe einwirken lassen. Dazu werden die Hände dick eingecremt, anschließend werden Baumwollhandschuhe (gibt es im Drogeriemarkt) übergezogen. Über Nacht kann die Haut ungestört die Lipide aufnehmen und wird wieder zart.

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Antworten von

Ao. Univ.-Prof. Dr. Gudrun Ratzinger
Univ.-Klinik für Dermatologie und Venerologie Medizinische Universität Innsbruck

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