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Sprechstunde: Hörvermögen

4 Fragen. Und 4 Antworten von HNO-Arzt Dr. Johannes N. Gächter.

Home » Leben » Sprechstunde:Hörvermögen - 03.2016

Dr. Johannes N. Gächter beantwortet wichtige Fragen zum Thema Hörvermögen.

Woran merke ich, dass mein Hörvermögen nachgelassen hat?

Ein Hinweis für eine Hörminderung ist, wenn jemand öfter als gewohnt oder öfter als andere nachfragen muss. Manchmal fällt es auch anderen Personen im Umfeld auf – sie bemerken, dass sie etwas öfter wiederholen oder lauter sprechen müssen. Fortgeschrittener ist die Hörminderung, wenn Menschen Kontakte in akustisch ungünstiger Umgebung meiden, weil es ihnen unangenehm ist, etwas nicht zu verstehen. Diese Erfahrungswerte sprechen dafür, bei Hörschwierigkeiten eher frühzeitig eine Hörhilfe auszuprobieren.

Wer zu lang wartet, kann die Chance einer guten Hörverbesserung durch Hörgeräte verpassen, da die Gewöhnung schwerer fällt.

Welche Einflüsse können dem Hörsinn schaden?

Ein hoher Lautstärkepegel und eine lange Beschallungsdauer belasten das Gehör. Die häufigsten Auslöser für Hörschäden sind Berufs- und Freizeitlärm. Wer mit lauten Maschinen arbeitet, muss daher einen Gehörschutz tragen. In der Freizeit gibt es eine derartige Gehörschutzpflicht nicht. Dabei erreicht etwa ein normal eingestellter MP3-Player durchaus einen Schallpegel von 94 dB, der nach nur einer Stunde negative Folgen für das Hörvermögen haben kann. Bisweilen dauert es mehrere Jahre, bis die Folgen wahrgenommen werden. Einmal entstandene Hörschäden sind irreparabel. Auch Mittelohrentzündungen, ein Hörsturz oder ein Knalltrauma können Auslöser für Hörschäden sein, ebenso langjähriger Konsum von Alkohol, Nikotin und die Einnahme von Medikamenten. Taubheitsgefühl, Ohrensausen oder ein Piepsen in den Ohren sind oft erste Anzeichen. Die Konsultation eines HNO-Arztes ist in diesen Fällen dringend anzuraten, er kann Hörschäden abwenden.

Sprechstunde: Hörvermögen

Lauschend.Ein normal eingestellter MP3-Player erreicht bis zu 94 dB, das kann sich nach nur einer Stunde negativ auf das Hörvermögen auswirken.

Was steckt hinter Ohrgeräuschen und Lärmüberempfindlichkeit?

In einem hohen Prozentanteil findet sich keine eindeutige Ohrschädigung. In diesen Fällen ist das Ohr oft die schwächste Stelle des Körpers, deshalb können die Symptome eine Überlastung anzeigen, die den Betroffenen noch gar nicht bewusst geworden ist. Häufig ist eine Verspannung der Muskulatur im Schultergürtel und Nacken mit dabei. Es gibt sehr hohe Heilungschancen, wenn man das Symptom nicht ignoriert. In meinem Fall biete ich oft spezielle (idiolektische) Gespräche an. Aber auch eine Akupunktur oder physikalische Behandlung kann günstig wirken.

Hörstörungen können in jedem Alter auftreten und unterschiedliche Ursachen haben.

Welche Ursachen können sonst noch zu Einschränkungen des Hörvermögens führen?

Funktionsstörungen des Ohrs können sich durch Hörminderung (Schwerhörigkeit), Schwindel/Gleichgewichtsstörungen und durch Ohrgeräusche (Tinnitus) äußern. Bei Erwachsenen können Hörstörungen durch zahlreiche unterschiedliche Faktoren ausgelöst werden: Lärmeinwirkung, Ohrentzündungen, Verletzungen und der natürliche Alterungsprozess. Diese können teilweise medikamentös, manchmal aber auch operativ durch Hörimplantate oder durch die Anpassung von Hörgeräten behoben werden. Besonders bei älteren Menschen ist eine derartige Hörgeräteversorgung von besonderer Bedeutung. Sonst droht bei schlechtem Hörvermögen eine frühzeitige Rückbildung geistiger Fähigkeiten bis hin zur Demenz.

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Antworten von

Dr. Johannes N. Gächter
Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde und Phoniatrie in Bregenz

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