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Sprechstunde: Knieschmerzen

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Home » Leben » Sprechstunde:Knieschmerzen - 10.2015

Leserfrage: Wie kann ich als Sportler mein Kniegelenk stärken?

Wer viel Sport treibt oder im Knie einfach seine Schwachstelle hat, sollte Knorpelschäden gezielt vorbeugen. Der beste Schutz vor Knieverletzungen ist eine starke Oberschenkelmuskulatur. Gerade Ausdauersport regt die Durchblutung des Gewebes an. Durch den be- und entlastenden Bewegungsablauf sind die Sportarten Radfahren und Schwimmen ideal.

Antwort von Dr. Martin Herzeg

Das Kniegelenk wird vom unteren Ende des Oberschenkelknochens, der Kniescheibe und dem oberen Ende des Schienbeins gebildet. Damit zwischen den Knochen keine Reibung entsteht, ist das Kniegelenk wie alle Gelenke mit Knorpelgewebe überzogen. Es ist nicht nur eines der komplexesten Gelenke im Körper, sondern auch das am stärksten belastete. Auf ihm liegt bei- nahe das gesamte Körpergewicht, zusätzlich wird es beim Gehen, Stehen, Stiegensteigen oder Hocken beansprucht. Daher sind nicht nur Sportler für die Abnutzung der Gelenksubstanz anfällig, sondern Menschen in jedem Alter. Übergewicht, Haltungsschäden, Fehlstellungen wie X- oder O-Beine und unbehandelte Verletzungen begünstigen Schäden des Kniegelenks – zusätzlich zum Alterungsprozess. Sogar kleinere Verletzungen im Gelenk können langfristig zu schweren Gelenkschäden führen, wenn sie gar nicht oder falsch behandelt werden. Aus einem harm- losen Knorpelschaden kann sich durchaus innerhalb weniger Jahre die Notwendigkeit für ein künstliches Knie- gelenk ergeben. Früherkennung ist deshalb besonders wichtig.

Kniefall vor diesem Gelenk

Prinzipiell sollte man bei Kniebeschwerden lieber einmal zu oft zum Facharzt gehen als einmal zu wenig. Besonders tückisch sind Knorpelschäden, da in diesem Bereich keine Nerven verlaufen und Schäden deshalb oft relativ spät diagnostiziert werden. Je früher ein Knieschaden erkannt und behandelt wird, desto mehr Möglichkeiten gibt es, das Gelenk funktionstüchtig zu halten. Außerdem sollte das Knie natürlich möglichst schonend behandelt werden.

Aktivitäten, die gut für das Knie sind

Gut für das Kniegelenk: regelmäßige Bewegung (zum Beispiel Spazierengehen, Radfahren), Vermeidung von Übergewicht, keine Lasten über zehn Kilogramm tragen,
 flache Schuhe, Vermeiden von längerem Hocken und starkem Beugen der Knie sowie kniebelastenden Sportarten. Bei Kindern und Jugendlichen treten Knieschmerzen relativ häufig auf. Als mögliche Auslöser kommen harmlose Wachstumsschmerzen, aber auch Wachstumsstörungen, Bluterknie, Rheuma bis hin zu Infektionskrankheiten wie Mumps und Ringelröteln in Frage. Auch hier ist eine frühe ärztliche Abklärung wichtig.

DR. MARTIN HERZEG
Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie in Villach

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