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Sprechstunde: Neurodermitis

Dermatologe Dr. Rainer Hügel klärt auf.

Home » Leben » Gesundheit » Sprechstunde: Neurodermitis - 11.2018

Der Dermatologe Dr. Rainer Hügel über Neurodermitis, mögliche Ursachen und die Eckpfeiler der Therapie.

Was weiß man über die Ursachen der Neurodermitis?

Neurodermitis (medizinisch: atopische Dermatitis) ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die schubweise auftritt. Etwa jedes sechste Kind im Vorschulalter und 3 Prozent der Erwachsenen sind davon betroffen, wobei die Zahlen je nach Studie schwanken. Am Beginn steht eine Störung der Barrierefunktion der Haut. Zu dieser defekten Hautbarriere kommen entzündliche und immunologische Faktoren hinzu, die zum Auftreten von Rötungen, Schwellungen, trockener und teils schuppender Haut verbunden mit heftigen Juckreizattacken führen. Die Haut verliert ihre natürliche Schutzfunktion, dadurch können Allergene und Bakterien leichter eindringen und die Entzündungsreaktion verstärken. 

Was sind die Eckpfeiler der Therapie?

Je nach Schweregrad und Ausprägung setzt sie sich aus mehreren Bausteinen zusammen, die individuell abgestimmt werden. Die tägliche Basispflege dient dazu, die trockene Haut feucht und geschmeidig zu halten und so die Schutzfunktion zu verbessern. Eine anti-entzündliche Behandlung hat die rasche Abheilung eines akuten Schubs mit entzündeten Hautstellen zum Ziel. Dafür kommt meist Cortison in Form von Salben zum Einsatz. Der Therapieerfolg hängt generell wesentlich von der Bereitschaft ab, die Behandlungsschritte konsequent durchzuführen.

Welche modernen Medikamente stehen zur Verfügung?

In schwereren Fällen, bei denen lokale Therapien mit Salben nicht ausreichen, können sogenannte Biologika zur Therapie eingesetzt werden. Diese Medikamente greifen gezielt in das überschießende Immunsystem ein, um die Signalwege der Entzündung zu unterbrechen. Seit Herbst 2017 steht in Österreich das erste Biologikum zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer atopischer Dermatitis bei Erwachsenen zur Verfügung. Gerade diese Patientengruppe hat oft einen langen Leidensweg und zahlreiche Therapieversuche hinter sich. Vorteil des neuen Medikaments ist eine hohe Wirksamkeit, die mit vergleichsweise wenigen und milden Nebenwirkungen verknüpft ist. Ihr Hautarzt kann abklären, ob diese Therapie für Sie geeignet ist.

BUCH TIPP Dr. Rainer Hügel

Antworten von Dr. Rainer Hügel, Dermatologe und Spezialist für chronisch entzündliche Hauterkrankungen in Wien und Bregenz.

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