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Sprechstunde: Ohrhygiene

Die richtige Ohrpflege.

Home » Leben » Sprechstunde: Ohrhygiene - 10.2016

Interview mit HNO-Arzt Dr. Andreas Riedler.

Soll man seine Ohren selbst reinigen?
Im Normalfall reinigen sich die Ohren selbst. Winzige Härchen transportieren mit ihren ständigen Flimmerbewegungen so ziemlich alles Richtung Ohrmuscheln, was aus den Gehörgängen zu entsorgen ist: überschüssiges Ohrenschmalz, Hautschüppchen oder Staub- und Schmutzteilchen. Das kann dann mit einem angefeuchteten Wattepad aus der Ohrmuschel entfernt werden. Bis zur Öffnung des Gehörgangs ist damit der Ohrenpflege genüge getan. Ohrschmalz ist übrigens keineswegs Schmutz: Das klebrige Sekret erfüllt wichtige Aufgaben, unter anderem verhindert es das Eindringen von Krankheitserregern.

Worauf sollte man besonders achten?
Wattestäbchen sind als Ohrreiniger denkbar ungeeignet: Wer damit im Gehörgang herumstochert, befreit das Ohr nicht von Absonderungen, sondern stopft sie meist nur weiter hinein, weil sich der Gehörgang nach innen verengt. Beschwerden wie dumpfes Hören, nicht funktionierender Druckausgleich und fallweise auch Entzündungen werden also nicht beseitigt, sondern noch verstärkt. Nicht umsonst findet sich auf der Verpackung von Wattestäbchen der Hinweis: „Nicht in den Gehörgang einführen.“ Wer seine Gehörgänge richtig säubern möchte, sollte dafür in Absprache mit dem Ohrenarzt auf speziell dafür entwickelte Produkte setzen, die das Sekret aufweichen. Am sichersten ist es, sich überschüssiges Ohrenschmalz regelmäßig beim Arzt entfernen zu lassen.

Wann ist eine professionelle Ohrreinigung beim HNO-Arzt notwendig?
Bei manchen Menschen reinigt sich das Ohr nicht selbst. Das kann zum Beispiel bei besonders verwinkelten Gehörgängen vorkommen, bei Schwimmern oder auch bei Menschen mit Hörgeräten. Oder es wird zu viel Ohrenschmalz produziert. Dann bildet sich ein harter Propf, der ein unangenehmes Druckgefühl erzeugt. In diesen Fällen sollte man seine Ohren regelmäßig professionell beim Facharzt säubern lassen. Das geschieht meist durch Absaugen. Falls der Propf zu fest sitzt, was oft nach Selbstversuchen der Reinigung der Fall ist, kann er mit warmem Wasser ausgespült werden.

Ein Ohr in Nahaufnahme

Reinigung. Ohren richtig reinigen will gelernt sein.

Wie funktionieren Ohrenduschen?
Um Ohrenentzündungen zu vermeiden, empfiehlt sich die regelmäßige Kontrolle und Reinigung des Gehörgangs beim Facharzt. Eine vorbeugende Wirkung hat eine neu entwickelte Ohrendusche, die ganz einfach Zuhause angewendet werden kann. Dabei wird der Gehörgang sanft und gründlich mit Wasser etwa während der Körperdusche gespült. Eine spezielle Schutzkappe schützt vor einem Eindringen der Ohrendusche in den Gehörgang. Somit sind Verletzungen der Gehörgänge und des Trommelfelles ausgeschlossen. Vor der ersten Anwendung sollte man aber den Gehörgang und das Trommelfell von einem Ohrenarzt begutachten lassen: Selten aber doch gibt es Erkrankungen, die gegen die Anwendung sprechen, z.B. ein Loch im Trommelfell, Gehörgangserkrankungen z.B Psoriasis oder Einengungen des Gehörgangs durch Knochenneubildungen – damit kann Wasser nicht mehr aus dem Gehörgang abfließen und als Folge daraus kann eine Entzündung entstehen.

Antworten von

Dr. Andreas Riedler
Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Kopf-, Hals- und Gesichtschirurgie in Wels

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