Menü öffnen

Sprechstunde: Rosacea

4 Fragen. Und 4 Antworten von Dr. Birgitt Hantich-Hladik.

Home » Leben » Sprechstunde: Rosacea - 12.2016

Dr. Birgitt Hantich-Hladik erklärt, was man gegen Gesichtsrötungen und Rosacea tun kann.

Was kann hinter hartnäckigen Gesichtsrötungen stecken?

Immer wiederkehrende Rötungen auf den Wangen, der Stirn und dem Kinn sind typische Anzeichen für die Hauterkrankung Rosacea. Sehr oft treten diese Rötungen zunächst nur gelegentlich auf, begleitet von erweiterten Äderchen. Meist sind beide Gesichtshälften betroffen, oft sogar auffallend symmetrisch, etwa in Form von roten Bäckchen. In fortgeschrittenen Stadien können Pickel und entzündete Knötchen dazukommen. In diesem Stadium wird Rosacea auch oft mit Akne verwechselt. Der Unterschied: Bei Rosacea treten keine Mitesser auf. Für Akne wiederum sind flächige Gesichtsrötungen untypisch. 

Gibt es spezielle Auslöser für Rosacea?

Die genaue Ursache von Rosacea ist noch nicht geklärt. Sicher ist nur, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen, da etwa 40 Prozent der Betroffenen Familienangehörige haben, die ebenfalls unter Rosacea leiden. Oft lassen sich konkrete Auslöser erkennen, welche die Hautrötungen im Alltag verstärken. Dazu zählt alles, was die Durchblutung anregt und die Blutgefäße erweitert: Sonnenbäder, Temperaturwechsel, bestimmte Nahrungsmittel wie scharfe Gerichte oder Menthol (zum Beispiel im Kaugummi, Hustenzuckerl, in der Zahnpasta etc.), heiße Getränke und Alkohol, Kosmetika und auch emotionale Einflüsse. Neben der passenden Behandlung sollte man versuchen, diese Auslöser möglichst zu vermeiden.

Wie sieht die optimale Behandlung aus?

Rosacea lässt sich nicht heilen, aber gut behandeln. Bei leichten Formen reicht meist eine äußere Behandlung mit Creme und Lotion; der Hautarzt wählt je nach Hauttyp das am besten geeignete Präparat. Ist die Rosacea fortgeschritten, kann es nötig sein, die äußerliche Behandlung durch Tabletten zu ergänzen, um etwa rote Hautflecken oder Pusteln schneller zurückgehen zu lassen. Unter anderem kommen auch sehr niedrig dosierte Antibiotika zum Einsatz. Laserbehandlungen können bei erweiterten Äderchen helfen. In meiner Ordination setze ich auch erfolgreich Darmsanierungen ein.

Welche Pflegeprodukte soll ich bei Rosacea verwenden?

Von Rosacea Betroffene haben eine besonders empfindliche Haut, die auf bestimmte Inhaltsstoffe sensibel reagiert. Probieren Sie am besten selbst aus, welche Inhaltsstoffe Sie gut vertragen – bei jedem reagiert die Haut anders. Anzeichen wie Brennen oder Jucken sind ein Hinweis darauf, dass man ein Produkt besser meiden sollte. Waschen Sie die Haut mit lauwarmem Wasser und milden, seifenfreien Syndets, um die Haut nicht unnötig zu reizen. Syndets sind waschaktive Substanzen, denen eine besondere Hautschonung und Eignung für Allergiker zugesprochen wird. Make-up sollten Sie mit reizfreien Produkten entfernen, die einen leicht sauren pH-Wert haben (kleiner als 7). Echte Seife sollte man nicht einsetzen, auch normale Peelings sind für Rosacea-Haut ungeeignet, weil kräftiges Reiben die Haut reizt. Enzymatische Produkte sowie Fruchtsäure-Peelings hingegen sind geeignet, da mit ihnen die Haut sanft und mit reizarmer Wirkung behandelt wird. Als tägliche Gesichtspflege empfehlen sich reizfreie Cremes oder Lotionen, die deutlich mehr Wasser als Öl enthalten- Meiden Sie kalt-warme Wechselbäder oder Saunagänge, um Flushs, plötzliche Hautrötungen, zu vermeiden. Zum Abtrocknen reicht sanftes Abtupfen der Haut aus – kräftiges Frottieren ist tabu.

BUCH TIPP Schicken Sie uns Ihre Frage!

Haben Sie eine Frage zu einem medizinischen Thema? Dann schicken Sie uns jetzt Ihre Frage und wir leiten diese an unser Expertenteam weiter.

Antworten von:
Dr. Birgitt Hantich-Hladik,
Fachärztin für Dermatologie in Hallein

Nach Oben
Zur optimalen Darstellung der Website verwenden wir Cookies. In Ihren Browsereinstellungen können Sie die Verwendung von Cookies deaktivieren.OK