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Sprechstunde: Venenverschluss

Home » Leben » Sprechstunde: Venenverschluss - 11.2017

Der Gefäßchirurg Dr. Afshin Assadian über die Ursachen und die richtige Behandlung von Venenverschlüssen oder Venenthrombosen.

Was versteht man unter einem Venenverschluss oder einer Venenthrombose?

Venenerkrankungen sind ein weit verbreitetes Übel. Hinter einer Thrombose steckt die Bildung eines Blutgerinnsels in einem venösen Blutgefäß. Wird eine tiefe Beinvene auf diese Weise verstopft, handelt es sich um eine sogenannte tiefe Beinvenenthrombose. Eine oberflächliche Venenthrombose, die auch als Venenentzündung bezeichnet wird, entsteht hingegen häufig in Seitenästen von Krampfadern. In Österreich schätzt man die Zahl von tiefen Venenverschlüssen auf rund 8.000 neue Fälle pro Jahr, ein knappes Drittel davon sind Beckenvenenthrombosen. Ob eine oberflächliche oder tiefe Thrombose vorliegt und welche Maßnahmen im Einzelfall zu treffen sind, kann nur ein Arzt feststellen.

Warum sind Venenverschlüsse so gefährlich?

Wird das Gerinnsel verschleppt, kann das zur Verstopfung eines Lungengefäßes, also einer Lungenembolie, führen. Die Diagnose „tiefe Venenthrombose“ – ein „Venenverschluss“ im Bein- oder Beckenbereich – ist nicht nur im Akutfall wegen der Gefahr einer Lungenembolie äußerst gefährlich, sondern vermindert bei chronischer Entwicklung auch die Lebensqualität. Unbehandelte tiefe Venenthrombosen äußern sich in angeschwollenen Beinen, meist mit Juckreiz, und sind mit starker Venenzeichnung und Hautverfärbungen verbunden. Sie begünstigen langfristig zudem das Entstehen von typischen Geschwüren im Knöchelbereich. Starke Bewegungseinschränkung, psychische Belastung und im Extremfall Arbeitsunfähigkeit sind mögliche Folgen.

Wie kann eine Venenthrombose behandelt werden?

In akuten Fällen erfolgt die Therapie je nach Schwere der Erkrankung. Bei sehr ausgeprägten Fällen mit sehr stark schmerzhafter Schwellung können Medikamente mittels Katheter in die verschlossenen Beckenvenen eingeführt werden. So kann der Verschluss aufgelöst und der Blutfluss wiederhergestellt werden. Sollte eine Einengung bleiben, kann ein speziell entwickelter Venen-Stent zum Einsatz kommen. Dieses medizinische Implantat wird über die Kniekehlen- oder Leistenvene eingeführt und dient dazu, die verschlossene Vene im Beckenbereich wieder zu öffnen und offen zu halten. Der Eingriff kann in örtlicher Betäubung vorgenommen werden, ist jedoch bei einigen Patienten aufgrund der Dauer des Eingriffs in Allgemeinnarkose möglich.

Antworten von Prim. Priv.-Doz. Dr. Afshin Assadian, Abteilung für Gefäßchirurgie, Wilhelminenspital Wien

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