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Sprechstunde: Zähne- knirschen

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Home » Leben » Gesundheit » Sprechstunde: Zähne-knirschen - 10.2015

Oft macht man es nachts. Nicht selten ganz unbemerkt. Man knirscht mit den Zähnen. Welche Anzeichen es gibt. Welche Gründe dahinterstecken. Was man dagegen tun kann.

Zahnärztin Dr. Kristina Flatischler klärt auf:

Eigentlich benutzt man die Zähne pro Tag nur etwa eine Stunde lang – während man etwas isst. Aber viele Menschen beißen viel häufiger auf den Zähnen herum; insbesondere im Schlaf ist Zähneknirschen oder Zähnepressen weit verbreitet. Häufigste Ursache des nächtlichen Zähneknirschens ist psychischer Stress, der während der Ruhezeiten verarbeitet wird.

Neben Stress kommen auch generelle Probleme der Zähne beziehungsweise beim Kauen als Ursache in Frage.

Dazu zählen zum Beispiel zu hohe Füllungen oder schlecht sitzender Zahnersatz. Ebenso kann eine Störung des Kiefergelenks Zähneknirschen auslösen. Erste Hinweise für Zähneknirschen sind verspannte Kaumuskeln, abgeschliffene Kauflächen, Risse im Zahnschmelz, Zahnfleischbluten und Zahnabdrücke am Zungenrand. In extremen Fällen können diese ungezügelten Kräfte auch zu Ohrgeräuschen (Tinnitus), Seh- und Schlafstörungen, Schwindel und Übelkeit führen.

Zähneknirschen, schlafendes Baby

Milch-Zahn Wenn die ersten Zähne kommen, ist Zähneknirschen bei Kindern nicht ungewöhnlich. Auch beim Wechsel auf die bleibenden Zähne kommt es oft vor.

Gegenmaßnahmen

Weil Zähneknirschen eine vielschichtige Problematik darstellt, ist es mit einem Besuch beim Zahnarzt meist nicht getan. Er kann eine individuelle Schiene zum Schutz der Zähne in der Nacht anfertigen, die sogenannte Aufbissschiene. Bei ausgeprägten Beschwerden kann ein Physiotherapeut vor dem Eingliedern der Schiene dabei helfen, den Kauapparat zu lockern. Weiters empfehlen sich spezielle physiotherapeutische Übungen zur Entspannung der Kaumuskeln, aber auch der umgebenden Muskulatur von Nacken, Schultern, Stirn und Schläfen.

Auch Entspannungsmethoden wie Yoga oder autogenes Training sowie Massagen oder Wärmeanwendungen schaffen Erleichterung.

Lindern diese Maßnahmen das Zähneknirschen nicht, kann ein Besuch beim Psychotherapeuten sinnvoll sein. Bei anhaltenden Kiefergelenksproblemen ist eine Analyse des gesamten Kauapparates zu empfehlen. Dazu wird eine sogenannte Axiographie durchgeführt. Dabei messen elektronische Sensoren im Bereich der Kiefergelenke die Bewegungen beim Kauen, Öffnen, Schließen und bei Seitwärtsbewegungen. Die Untersuchung kann vom Kieferorthopäden und in Zahnkliniken durchgeführt werden.

Leserfrage: Meine zweijährige Tochter knirscht mit den Zähnen. Ist das normal?

Kinder knirschen oft, wenn die ersten Milchzähne durchgebrochen sind. Auch beim Wechsel auf die bleibenden Zähne und die erste Zeit danach ist es normal. Bemerken die Eltern, dass ihr Kind permanent weitermahlt, sollten sie einen Zahnarzt aufsuchen, um Folgeschäden zu verhindern.

Dr. Kristina Flatischler

Fachärztin für Zahn-, Mund- und
Kieferheilkunde in Tamsweg

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