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Gesundheit lernen

Warum das richtige Vorleben wichtig ist.

Home » Family » Familienratgeber » Gesundheit lernen - 10.2017

Kinder leben nicht automatisch gesund, wenn wir es ihnen nur in der Theorie erklären. Wir müssen es ihnen vorleben. Mit diesen Tipps klappt es.

Ausgewogene Ernährung. Viel Bewegung. Auch mal abschalten und entspannen können. Gesundheit setzt sich aus vielen Faktoren zusammen und ist nichts, was man sich einfach so herbeiwünschen kann. Man kann und sollte schon etwas dazu beitragen. Das gilt natürlich auch für jene, die uns am liebsten sind: unsere Kinder. Diese lernen gesundes Verhalten natürlich nicht durch Schoko-Verbote und kluge Vorträge am Esszimmertisch. Auch nicht, wenn man sie über die Wichtigkeit von Sport informiert und selbst dann doch immer Lift und Auto nimmt. Und wenn man vor lauter Stress, alles richtig machen zu wollen, kaum mehr abschalten kann, profitieren die Kleinen mit Sicherheit auch nicht.

Will man dem Nachwuchs näherbringen, wie groß der Eigenanteil an der Gesundheit ist, muss man sich mit dem Thema auseinandersetzen und entsprechend leben. Wenn die Kleinen sich einfach abschauen können, wie Mama und Papa das mit dem Essen machen oder wie viel Spaß sie an Bewegung haben, und aber auch erleben, wie schön es sein kann, gemeinsam einfach nur im Pyjama ein Buch zu lesen, statt ständig einem fixen Zeitplan zu folgen, imitieren sie das Verhalten (ihrem Alter entsprechend) früher oder später ohnehin.

Kinder lernen nicht durch schlaue Worte. Sie lernen durch Imitieren.

Schritt 1: Sich gesund ernähren.

Dass Müsli gesünder ist als Marmeladestriezel, ist klar. Und trotzdem werden die Kleinen vermutlich lieber zu Süßem greifen, wenn man beides ganz selbstverständlich serviert oder selbst nur süß frühstückt. Gesunde Ernährung bedeutet Ausgewogenheit auf dem Teller. Ist die Buttersemmel das liebste Sonntagsfrühstück, spricht nichts dagegen. An einem Schultag gibt Porridge aber sicher mehr Energie.

Zwingen kann man die Kleinen freilich nicht zu morgendlichem Haferbrei und Gemüse zu Mittag. Bietet man ihnen jedoch unterschiedliche Möglichkeiten – etwa verschiedene Gemüsesorten – zur Auswahl, ist die Abneigung sicher geringer. Wer einen Garten besitzt, kann mit den Kindern schon früh selbst anbauen. Wenn sie das Gemüse ansäen dürfen, danach die Pflanzen gießen und die Kräuter selbst abernten oder die Paradeiser direkt vom Strauch essen, schmecken sie garantiert doppelt so gut.

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Wer in der Stadt lebt, kann mit den Kindern einen Ausflug zum Biobauern seines Vertrauens machen und sich dort gemeinsam umschauen oder den Nachwuchs am Wochenmarkt entscheiden lassen, welche neue Gemüsesorte man diesmal im Auflauf probieren möchte. Sind die Kinder bereits älter oder stellen sich besonders geschickt an, können sie auch gleich in der Küche mithelfen.

Obst waschen (und dabei gleich ein wenig naschen), Gemüse schnippeln oder die Zutaten für den Aufstrich verrühren sind beliebte Aufgaben, die der Nachwuchs gerne erledigt. Dann ist er auch gleich viel aufgeschlossener, wenn es da­rum geht, das fertige Gericht zu probieren.

Essens-Tipp:
Für die Kleinsten ist es meist noch verlockender, wenn das Essen herzig angerichtet ist, etwa zu einem Smiley oder Tier geformt.

Schritt 2: Sich viel bewegen.

Zugegeben, nur die wenigsten Kinder interessieren sich für ausgedehnte Spaziergänge. Tarnt man die allerdings als Entdecker-Wanderung im Wald, schnitzt (mit) den Kleinen einen Stock und lässt sie die Becherlupe für Käfer mitnehmen, ist es gleich deutlich spannender. Das Wetter ist dabei egal. Ist die Ausrüstung gut, kann ein Ausflug im Regen oder Schnee genauso aufregend sein wie bei Sonnenschein. Statt Käfern sucht man stattdessen an nebeligen Herbsttagen mit den Größeren Schwammerl und im Winter Tierspuren. Radtouren werden interessanter, wenn man sich Etappenziele setzt und das Ziel – etwa einen Eissalon – vor Augen hat. Ausflüge, bei denen man sportlich aktiv ist, sind immer ein schöner Weg, dem Kind vor­zuleben, wie viel Spaß Bewegung machen kann.

Darüber hinaus schweißen gemeinsame Erlebnisse auch als Familie zusammen und stärken das Kind nicht nur körperlich, sondern auch geistig. Hat man weniger Zeit, reicht auch ein Spielplatz­besuch oder der eigene Garten, damit die Kleinen sich richtig austoben können. Die meisten Kinder bewegen sich grundsätzlich gerne. Liegt der Nachwuchs aber lieber auf der faulen Haut, ist es wichtig, die Bewegung in den Alltag einzubauen. Kleine Wege wie jenen in den Kindergarten ohne Auto zurückzulegen ist ein guter Ansatz.

Lässt man den Nachwuchs dann selbst entscheiden, ob er hüpfen oder lieber den Roller nehmen will, läuft es noch leichter. Wichtig ist dabei, genug Zeit einzuplanen – denn wetten, dass der Sohnemann auf dem Weg eine Schnecke findet und das Töchterchen die liebste Freundin trifft? Oder man lässt sich lustige Spiele einfallen, beispielsweise „Wer sieht mehr Hunde?“ oder „Wer berührt auf dem Gehsteig keinen Schatten?“.

Dann vergeht der Weg wie im Flug und den Zwergen fällt gar nicht mehr auf, dass sie sich sportlich betätigen. Und man selbst tut seiner Gesundheit ganz nebenbei auch noch etwas Gutes.

Spiel-Tipp: 
Das Kind ist der „Geheimagent“ und muss den Eltern beim Spaziergang so unauffällig wie möglich folgen – Baumstämme und Co. dienen als Versteck. Wird der Agent entdeckt, muss er mit einer Kitzelattacke rechnen.

Schritt 3: Sich entspannen.

Unsere Zeit ist von Stress bestimmt. Papa muss nach dem Meeting zum Elternabend, Mama hetzt vor dem Dienst­antritt noch schnell zum Kinderarzt. Dazwischen stehen noch Babyschwimmen, der Sportkurs und das Kindermuseum an. Alles super, aber zum Durchschnaufen kommen dabei weder Eltern noch Kind. Und das Kleine bekommt die ganze Hektik mit, ob es die Eltern wollen oder nicht. Diese wollen ihr Kind fördern und ihm das Beste bieten, vergessen dabei allerdings manchmal darauf, dass Kinder auch Kinder sein wollen. Sie haben bewusste Entspannung genauso nötig wie ihre Eltern.

Deshalb ist es wichtig, auch Rituale zu schaffen, die den Kleinen dabei helfen, runterzukommen, bei sich selbst zu sein. Etwa, indem man jeden Abend fix eine bestimmte Vorlesezeit einplant oder sie ohne Hektik badet und ihnen dabei ihr Lieblingslied vorsingt, bevor man sie in den Schlaf schaukelt. Das gibt schon den Kleinsten Halt und Sicherheit und hilft ihnen, Dinge richtig einzuordnen. Mit den größeren Kindern kann man den Tag noch einmal kurz durchsprechen, bevor man sie ins Bett bringt.

Viele Rituale halten sich über Jahre und passen sich dabei nur der Entwicklung des Kindes an. Während man den Kleinen etwa abends immer ein Buch vorliest, damit sie sich beruhigen und an Mamas Stimme erfreuen, suchen die Kinder später schon selbst die Bücher mit aus, die sie hören wollen, bis sie irgendwann selbst für ihre jüngeren Geschwister zum Vorleser werden oder ganz eigenständig lesen. Um Sicherheit zu geben, müssen Rituale nicht in ein starres Konzept gepresst werden, sie dienen vielmehr einfach dazu, Struktur zu ver­mitteln, und helfen so beim Entspannen und Druck­ abbauen. Neben fixen Abläufen tut es den Kleinen auch gut, einfach einmal in den Tag zu leben, so ganz ohne Termine und Vorgaben, spontan zu entscheiden, worauf sie Lust haben – sei es nun, mit Bauklötzen zu bauen oder später einen gemütlichen Filmabend mit ganz viel Kuscheln und gemeinsamem Lachen zu verbringen.

Entspannungs-Tipp:
Gute-Nacht-Geschichte einmal anders. Sie fangen an mit „Es war einmal …“ und dann muss Ihr Kind weitermachen. Abwechselnd erfinden sie so gemeinsam eine Geschichte, das fördert die Kreativität und entspannt. Außerdem schaukelt sich das Kind so selbst mit in den Schlaf.

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