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Sprechstunde: Insektenstiche

Dermatologe Dr. Assoz. Prof. Dr. Gunter Sturm teilt sein Wissen.

Home » Leben » Sprechstunde: Insektenstiche - 07.2017

Der Dermatologe Dr. Assoz. Prof. Dr. Gunter Sturm aus Wien gibt Tipps für die Behandlung bei Insektenstichen.

Wieso werden manche Menschen häufiger von Insekten gequält als andere?

Es gibt unterschiedliche Erkenntnisse, warum blutsaugende Insekten auf den einen Menschen fliegen und andere weniger attraktiv finden. Vor allem lockt sie der Kohlendioxidgehalt in der Luft an. Denn das Gas wird von Säugetieren bei der Atmung ausgestoßen – und liefert den Insekten somit einen guten Hinweis darauf, ob es eine Blutmahlzeit zu holen gibt. Auch Körperwärme und Feuchtigkeit ziehen Gelsen an. Nicht zuletzt spielt auch der individuelle Geruch eines Menschen eine große Rolle – menschliche Ausdünstungen und intensive Gerüche wirken wie ein Magnet. Während die Blutgruppe eher egal zu sein scheint, kann ein erhöhter Alkoholspiegel im Blut dazu beitragen, vermehrt fliegende Plagegeister anzulocken.

Was genau ist eine Allergie auf einen Insektenstich?

Eine Quaddel bis zu einer Größe von ca. zwei Zentimetern an der Einstichstelle ist eine völlig normale Reaktion. Größere Schwellungen, die länger als 24 Stunden andauern, sind zwar lästig, aber in den meisten Fällen nicht gefährlich. Allergische Reaktionen des Kreislaufsystems und der Atemwege hingegen können lebens­bedrohlich sein und müssen umgehend behandelt werden. Meist sind es Bienen- und Wespenstiche, selten Hummel- und Hornissenstiche. Oft reagiert man nur auf eine Insektenart allergisch. Wichtig ist, darauf zu achten, welches Insekt gestochen hat. Die Biene hinterlässt normalerweise ihren Stachel, Wespen ziehen den Stachel wieder zurück.

Gibt es eine wirksame Therapie bei Insektengiftallergie?

Leider wissen viele Betroffene nicht über die gute Behandelbarkeit einer Insektengiftallergie Bescheid. Die Immuntherapie mit Bienen- und Wespengift ist die wirksamste Therapie im Bereich der Allergologie. Schon mit der Standarddosis erreicht man bei bis zu 95 Prozent der Betroffenen vollen Schutz vor weiteren allergischen Reaktionen. Alles, was man dafür tun muss, ist, Zeit in die Therapie zu investieren. In spezialisierten Zentren in Spitälern und Ambulatorien können auch Kinder ab dem 5. Lebensjahr – wenn notwendig auch früher – mit einer Immuntherapie behandelt werden. Die Behandlung wird in Österreich komplett von den Krankenkassen übernommen.

BUCH TIPP Insektenstiche

Antworten von Dr. Assoz. Prof. Dr. Gunter Sturm, Facharzt für Dermatologie, ärztlicher Leiter Allergieambulatorium am Reumannplatz, Wien

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