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Sprechstunde: Intimhygiene

Gynäkologe Univ.-Prof. Dr. Armin Witt gibt Tipps.

Home » Leben » Sprechstunde: Intimhygiene - 06.2017

Univ.-Prof. Dr. Armin Witt, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Wien, gibt Tipps für die Intimpflege.

Worauf sollte man bei der Intimpflege besonders achten?

Ich rate von übermäßiger Intimhygiene ab. Die sanfte Reinigung des äußeren Intimbereichs mit warmem Wasser und einem milden, pH-neutralen Waschschaum genügt. Auf Seifen und parfümierte Kosmetika sollte man besser verzichten. Zum Abtrocknen eignet sich am besten ein eigenes Handtuch für den Intimbereich, das alle zwei bis drei Tage gewechselt wird. Herkömmliche Waschlappen sind Brutstätten für Keime und daher nicht zur Intimpflege geeignet – besser sind spezielle Einmal-Waschlappen. Ich empfehle auch, Unterwäsche aus Naturfasern wie Baumwolle zu tragen – sie ist hygienischer und kann bei 60 °C gewaschen werden.

Wieso ist gerade der weibliche Intimbereich so empfindlich?

Im Optimalzustand herrscht in der Scheide ein saures Klima mit einem pH-Wert zwischen 3,8 und 4,5. Zahlreiche ­Einflüsse wie Antibiotikabehandlungen, hormonelle Umstellungen, mechanische Überreizung oder übertriebene Intimhygiene können eine Veränderung des normalen Scheidenmilieus verursachen. Durch einen Mangel an milchsäurebildenden Bakterien steigt der pH-Wert in der Scheide über 4,5. Dadurch können sich Pilze oder schädliche Bakterien gut vermehren, Scheiden- und Pilzinfektionen treten leichter und öfter auf. Wird diese Infektion mit Antibiotika oder Antimykotika (Antipilz-Medikamenten) behandelt, kommt es zu einer weiteren Reduktion der wichtigen milchsäurebildenden Bakterien in der Scheide.

Wie äußert sich eine Scheideninfektion?

Nicht weniger als 90 Prozent aller ­Frauen leiden zumindest einmal in ihrem Leben an einer Vaginalinfektion. Häufigste Ursache ist ein Ungleichgewicht der Bakterien in der Scheide. Typische Anzeichen dafür sind Ausfluss und Brennen. Sehr häufig ist auch die Scheidenpilzinfektion, die meist durch den Stamm Candida albicans hervorgerufen wird. Diese Infektion führt zu Juckreiz, Brennen beim Urinieren und zu weißem Ausfluss. Wichtig ist die rasche und exakte Diagnose. Leider werden die dafür nötigen Untersuchungen (mikroskopische Untersuchung, Vaginalkultur) durch den Facharzt nicht überall durchgeführt.

BUCH TIPP Antworten von

Univ.-Prof. Dr. Armin Witt, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Wien.

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Es ist ein persönliches Thema, und zugleich ein wichtiges. Fühlen wir uns im Intimbereich nicht wohl, geht es uns einfach nicht gut. Wir zeigen Hilfsmittel für alle Tage.

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