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Sprechstunde: Trockenes Auge

Augenarzt Matthias Wirtitsch gibt Tipps.

Home » Leben » Sprechstunde: Trockenes Auge - 04.2017

Dr. Matthias Wirtitsch, Facharzt für Augenheilkunde in Villach, gibt Tipps für den richtigen Umgang mit einem trockenen Auge.

Woran merke ich, dass ich das Trockene Auge habe?

Das Trockene Auge (Sicca-Syndrom) ist eine häufige Augenerkrankung. Es wird geschätzt, dass jeder fünfte Patient, der eine Augenarztpraxis aufsucht, davon betroffen ist, Frauen öfter als Männer. Die typischen Beschwerden werden durch eine verminderte Befeuchtung der Augenoberfläche hervorgerufen. Sie reichen je nach Schweregrad von einem leichten Fremdkörper- und Trockenheitsgefühl der Augen über Brennen, Rötung der Bindehaut, Schmerzen, Druckgefühl (von oben beziehungsweise von hinten auf die Augen) oder verklebten Augen am Morgen bis hin zu einer bleibenden Hornhautschädigung. Das Trockene Auge ist eine chronische Erkrankung, was bedeutet, dass sie meist ein Leben lang – zumindest phasenweise – behandelt werden muss.

Wie kommt es zu einem Trockenen Auge?

Beim Trockenen Auge ist entweder die Gesamtmenge der Tränenflüssigkeit zu gering oder die Zusammensetzung des Tränenfilms wird nicht im richtigen Mischverhältnis produziert. Auch ein verminderter Lidschlag kann eine Ursache sein. Dadurch wird die Augenoberfläche über längere Zeit nicht ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt. Neben bestimmten Erkrankungen, die ein Trockenes Auge verursachen (etwa Funktionsstörungen der Schilddrüse), oder der Nebenwirkung von Medikamenten ist der Auslöser sehr häufig auch bei bestimmten Arbeitsbedingungen zu finden: Intensive Computerarbeit, Aufenthalt in klimatisierten Räumen ohne genügend Luftfeuchtigkeit und auch Umwelteinflüsse (erhöhte Ozonwerte) dürften eine Rolle spielen.

Wie wird ein Trockenes Auge behandelt?

Durch das Trockene Auge kann es zu dauerhaften Schädigungen der Hornhaut kommen, die auch die Sehkraft beeinträchtigen können. Deshalb sollte bei Beschwerden unbedingt ein Augenarzt konsultiert werden. Nur selten ist es möglich, die exakte Ursache zu finden, weshalb oft die Behandlung der Symptomatik des Trockenen Auges im Vordergrund steht. Nach einer genauen Untersuchung und Diagnose verschreibt der Augenarzt zumeist „künst­liche Tränenflüssigkeit“ in Form von Augentropfen zur regelmäßigen Anwendung. Während bei Betroffenen mit nur gelegentlichen oder milden Beschwerden oft dünnflüssige Tränenersatzmittel zum Einsatz kommen, werden bei ständigen starken Beschwerden eher dickflüssige Präparate verwendet. Vorzugshalber sollten konservierungsmittelfreie Präparate angewendet werden, da – bei langer Anwendung – auch Konservierungsmittel ein Trockenes Auge verursachen beziehungsweise verschlechtern können.

Können Trockene Augen durch bestimmte Erkrankung ausgelöst werden?

Ja, auch bestimmte Erkrankungen können für die Entstehung des Sicca-Syndroms verantwortlich sein. Dazu zählen neben der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) auch rheumatische Erkrankungen (z.B. Sjögren-Syndrom, Lupus erythematodes, Polyarthritis), Schilddrüsenfunktionsstörungen oder bestimmte Hauterkrankungen (z.B. Rosacea). Weiters können aber auch Medikamente (z.B. Anti-Baby-Pille, Schlafmittel, Beruhigungsmittel, Betablocker, Antidepressiva), die regelmäßige Anwendung bestimmter Augentropfen sowie die Hormonumstellung in den Wechseljahren oder in der Schwangerschaft die Entstehung vom Trockenen Auge begünstigen.

BUCH TIPP Antworten von:

Dr. Matthias Wirtitsch
Facharzt für Augenheilkunde in Villach

Experten-Empfehlung zur Minderung der Beschwerden des „Trockenen Auges“

Man kann selbst viel dazu beitragen, um die Beschwerden bei trockenen Augen zu lindern.

  • Verrauchte Räume sollten möglichst gemieden werden, bzw. der Aufenthalt so kurz wie möglich gehalten werden.
  • Klimatisierte oder stark beheizte Räume sollten mit Luftbefeuchtern ausgestattet sein und regelmäßig gelüftet werden.
  • Bei langem Lesen oder konzentrierter Bildschirmarbeit sollte man rund alle 10 Minuten die Augen in die Ferne schweifen lassen und einige Male bewusst blinzeln, um die Augen zu befeuchten.
  • Träger von Kontaktlinsen sollten gut verträgliche Kontaktlinsen und Kontaktlinsen-Pflegemittel verwenden.
  • Bei stärkeren Reizungen oder Entzündungen am Auge sollte man gleich einen Augenarzt aufsuchen.
  • Nach Möglichkeit sollte man das Gebläse in Kraftfahrzeugen so selten wie möglich einschalten, den schwachen Luftstrom vorzugshalber in den Fußraum lenken und die Filter von Autoklimaanlagen häufig warten lassen.
  • Auf eine ausreichende Flüssigkeitzufuhr achten.
  • Regelmäßige Pflege bzw. Therapie mit konservierungsmittelfreien, benetzenden Augentropfen bzw. -salben.
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