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Träume – die Arbeit der Nacht

Was es mit dem nächtlichen Kopfkino auf sich hat.

Home » Leben » Träume – die Arbeit der Nacht - 10.2018

Träume sind Schäume? Von wegen – Träume faszinieren uns seit eh und je und das über alle Kulturen hinweg. Im antiken Griechenland sah man darin sogar göttliche Botschaften, und nicht wenigen Künstlern diente das nächtliche Traumgeschehen als Inspiration. Doch was passiert eigentlich, während wir träumen, und was bedeuten Träume wirklich? Wir haben die Antworten!

Wann und wie oft träumen wir?

Auch wenn sich nur rund 40 Prozent regelmäßig an ihre Träume erinnern können, träumt doch jeder von uns – und zwar jede Nacht. Sogar Ungeborene verbringen Zeit im Träumeland! Am besten kann man sich an jene Träume erinnern, die man während der sogenannten REM-Phase erlebt. Die letzte von vier Schlafphasen hat ihren Namen von den schnellen Augenbewegungen (Rapid Eye Movement), die man währenddessen unter dem geschlossenen Lid ausführt. Bei REM-Träumen handelt es sich um emotionale, oft wirre oder skurrile Traumgespinste, während Träume in anderen Schlafphasen eher sachlich sind und unserem wachen Bewusstsein ähneln.

Warum träumen wir?

In dieser Frage ist sich die Wissenschaft (noch) nicht ganz einig. Es wird allerdings vermutet, dass wir durch Träume Erfahrungen und Gefühle aus dem Wachleben verarbeiten. Ihnen wird damit eine gewisse Psychohygiene- und Problemlösefunktion zugeschrieben. Auch beim Lernen soll Träumen eine Rolle spielen; so werden bei Babys besonders lange REM-Phasen beobachtet. Während der REM-Phase ist das ganze Gehirn hochaktiv und wir sind dann am schwersten zu wecken. Das Gehirn wird von Stoffwechselprodukten befreit und kleine Reparaturen werden durchgeführt.

Können wir unsere Träume beeinflussen?

Auch wenn sich Träumen wie der totale Kontrollverlust anfühlt, kann man doch einen Einfluss darauf ausüben. Traumforscher nennen diese Fähigkeit luzides Träumen (Klarträumen): Dabei ist man sich während des Traumes darüber im Klaren, dass man träumt. Diese Technik ist durch Entspannungstechniken, Meditation oder Hypnose erlernbar und kann dabei helfen, mit Albträumen umzugehen. Auch Spitzensportler nutzen luzides Träumen, um bestimmte Bewegungen zu trainieren – „Lernen im Schlaf“ sozusagen!

Haben Träume eine Bedeutung?

Träumen wird nicht erst seit berühmten psychoanalytischen Traumdeutern wie Sigmund Freud oder C. G. Jung eine Bedeutung zugeschrieben. Ihre Theorie, dass sich darin unterbewusste Triebe ausdrücken, wird heute aber kaum mehr verfolgt. Statt von Traumdeutung sprechen Forscher lieber von Traumarbeit. Zwar treten gewisse Traumarten bei vielen Menschen auf (etwa Verfolgtwerden, Fliegen oder Zuspätkommen), jedoch müssen Träume immer sehr subjektiv betrachtet werden. Dann können sie spannende Hinweise auf die eigene Persönlichkeit und charakteristische Handlungsmuster im Alltag geben. Meist sind Träume jedoch nicht eins zu eins zu verstehen, sondern haben eine verborgene Bedeutung – am besten lässt man sich einfach auf sie ein …

Was hilft bei Albträumen?

Rund fünf Prozent haben mindestens einen Albtraum pro Woche. Über einen längeren Zeitraum hinweg können schlechte Träume sogar zu einer Belastung werden und die Stimmung merklich beeinflussen. Dagegen wird Image Rehearsal Therapy eingesetzt: Bei dieser Therapieform schreibt oder zeichnet man seinen Albtraum auf und überlegt sich im Wachen aktiv eine Bewältigungsstrategie. Zum Beispiel kann man einem Verfolger im Traum ein Bein stellen. Diese Lösung geht man immer wieder bildlich durch, sodass man sie am Ende auch im Schlaf abrufen und den Albtraum lösen kann.

Tipp: Um sich besser an seine Träume zu erinnern und sie womöglich auch steuern zu können, hilft es, ein Traumtagebuch zu führen. Am frischesten ist die Erinnerung direkt nach dem Aufwachen – also am besten Papier und Stift direkt neben das Bett legen! Auch die richtige Einstellung hilft: Wer sich fest vornimmt, sich seine Träume zu merken, hat mehr Erfolg.

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