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Ganz nah am Himmel

Alles zum Urlaubstrend Camping.

Home » Inspiration » Ganz nah am Himmel - 05.2017

Der Himmel als Dach. Der Fluss als Bad. Das Lagerfeuer als Küche. Camping erlebt eine Renaissance. Weil es purer Luxus ist, der aus der Nähe zur Natur schöpft.

Der Natur beim Einschlafen und Aufwachen zuhören. Die Nähe zwischen Erde und Himmel spüren. Dem Zirpen der Grillen und dem Knistern des Lager­feuers lauschen. Erfahrungen wie diese halten vieles bereit, was eine erholsame Auszeit ausmacht: Man verbringt Zeit mit seinen Lieben, schärft die Sinne für das Wesent­liche, lebt in den Tag hinein und nimmt die Schönheit der Natur ganz bewusst wahr. Camping, das ist der Luxus des Einfachen.

Genau dieser Luxus erlebt gerade eine Renaissance. Immer mehr Menschen wollen einen naturnahen, unkomplizierten Urlaub verbringen. Das belegen auch die steigenden Nächtigungszahlen. „Unsere Umfragen zeigen, dass die zeitliche und örtliche Flexibilität das Hauptmotiv für die Urlaubsform Camping ist“, sagt Erwin Oberascher von der österreichischen Campingplattform camping.info. „Der Camper liebt es, spontan an- und abzureisen, kurz mal sein Ziel zu ändern, früher heimzufahren oder länger zu bleiben – ganz wie es ihm gefällt.“

Gemeinsam frei sein

Auch das Image hat sich geändert. „Camping wird nicht mehr als Billigurlaub, sondern als naturnaher Urlaub empfunden“, weiß Oberascher. Die soziale Komponente spiele eine große Rolle: „Kinder finden irrsinnig schnell Spielgefährten und auch Erwachsene setzen sich gerne zusammen.“ Auf Campingplätzen werden bewusst Orte der Begegnung geschaffen, etwa auf Kommunikation ausgerichtete Spülbereiche oder eine Lagerfeuerstelle.

Aber Camping ist nicht gleich Camping. Es gibt zig Ausprägungen und Facetten, jede erfüllt andere Ansprüche. Zu den simpelsten Formen zählen das Übernachten in Schlafsack oder Zelt in der freien Natur. Bilder von hell erleuchteten Zelten auf einsamen Bergrücken lassen in uns den Wunsch nach purer Freiheit entstehen. Aber Vorsicht, das Wildcampen ist in Österreich nicht überall erlaubt. In manchen Bundesländern wird das Campieren im alpinen Ödland – also oberhalb der Baumgrenze – zwar toleriert, in anderen drohen aber hohe Geldstrafen.

Am wenigsten streng ist man in Oberösterreich, im Burgenland, in der Steiermark, Salzburg und Vorarlberg. Trotzdem ist es ratsam, den Grundeigentümer vorab zu informieren. Dass man behutsam mit der umliegenden Tier- und Umwelt umgeht und den eigenen Müll wieder mit nach Hause nimmt, versteht sich von selbst. Und auch, dass das Zelten im Wald oder in Schutzgebieten prinzipiell verboten ist.

Wild zu campen ist in Österreich aber eigentlich gar nicht nötig. Immerhin gibt es hierzulande mehr als 580 Campingplätze. Das bei Campern beliebteste Bundesland ist Kärnten, es verfügt zugleich auch über die meisten Campingplätze. Kein Wunder: Es ist von unzäh­ligen Badeseen durchzogen und gilt als das sonnigste Bundesland Österreichs. Wenn es kein Campingurlaub in der eigenen Heimat sein soll, fahren die Österreicher am liebsten zu den Nachbarn nach Italien oder Kroatien.

Was man zum Campen braucht

Wohin die Reise auch geht, zum Camping braucht man nicht viel. Am schnellsten aufgestellt sind einfache Wurfzelte, die aber meist nur Platz für maximal zwei Personen haben und sehr dünnwandig sind. Geräumige Zelte haben Raum für die ganze Familie, sind hoch genug, um darin zu stehen, und halten Wind und Wetter stand. Meist haben sie ein Vorzelt, in dem Schuhe und Rucksäcke abgestellt werden können, sowie mehrere Eingänge. Auch Dachzelte, die man auf einem herkömmlichen Auto anbringen kann, werden immer populärer. Sie lassen sich unkompliziert auf- und abbauen und halten trocken.

„Das Schlimme beim Zelten ist nicht der Regen von oben, sondern die Nässe, die von unten kommt“, sagt Camping-Experte Oberascher. „Beim Dachzelt erspart man sich das.“

Tipp: Thomas Reinbacher von Autohome Austria verkauft nicht nur Dachzelte, er vermietet sie auch.

Wohmobil oder Wohnwagen?

Natürlich geht es auch noch ein Stück unabhängiger und vor allem bequemer als im Zelt: beim Schlafen im Häuschen auf Rädern. Die Glaubensfrage lautet hier: Wohnmobil oder Wohnwagen? In den vergangenen Jahren geht der Trend eindeutig in Richtung Wohnmobil. „Der Vorteil ist, dass man während der Reise sehr flexibel ist“, sagt Oberascher. Man stellt das Wohnmobil einfach ab und fährt am nächsten Tag weiter.

Auf dem Campingplatz garantiert aber der ans Auto angekuppelte Wohnwagen mehr Mobilität: Bei Ausflügen bleibt er einfach stehen, so sind auch enge Bergstraßen oder Parklücken kein Problem. Außerdem sind Wohnwagen generell günstiger, langlebiger und auch einfacher zu warten als Wohnmobile. Auf der Beliebtheitsskala ganz oben stehen aktuell VW-Busse, vor allem im Retro-Look. „Damit ist man einerseits sehr mobil, andererseits passt der Bus auf jeden Pkw-Parkplatz“, erklärt der Experte. „Außerdem kann man ihn auch als Hauptfahrzeug oder Familienwagen benutzen, während große Reisemobile die meiste Zeit in der Garage stehen.“

Tipp: Was macht ein Wohnmobil-Besitzer, wenn er gerade keine Zeit zum Verreisen hat? Er vermietet es. Zum Beispiel über die Plattform Paul Camper.

Ein weiterer Camping-Trend sind Mietunterkünfte wie kleine Hütten oder mobile Häuschen. Man ist mitten in der Natur und genießt doch den Komfort und Luxus einer kleinen Ferienwohnung. Wie beim Übernachten in den stylischen Mini-Häusern von Big Berry. Sie gibt es unter anderem auf Campingplätzen in Kärnten, Slowenien und Rumänien. In die rund 34 Quadratmeter großen mobilen Häuschen passen Schlafräume und ein Mini-Wohnzimmer mit Küche. Auf der Terrasse haben nicht nur ein Tisch und Stühle Platz, sondern auch ein Whirlpool.

Luxus-Camping

Das Gegenstück zum simplen Biwakieren in der freien Natur ist das Glamping. „Dabei handelt es sich um besondere Unterkünfte hinsichtlich Optik, Naturnähe und Komfort“, sagt Oberascher. Die Mischung aus Glamour und Camping erinnert an luxu­riöse Safarizelte in Afrika. Aber so weit muss man gar nicht reisen: Vorreiter beim Glamping in Österreich ist das Campingparadies Natterer See in Tirol mit seinen Lodge-Zelten, Holz-Lodges und Schlaffässern aus Kiefernholz. Auch am Campingplatz Breznik am Kärntner Turnersee wartet ein komfortables Lodge-Zelt.

Auf Swimmingpool und Sauna muss man beim Campen auch nicht mehr verzichten. Manche Plätze bieten eigene Spa-Anlagen wie etwa das Camping Schlosshof in Südtirol. Andere wieder liegen in der Nähe von Thermen. Etwa der Campingplatz in Bad Radkersburg oder das Thermenlandcamping Bad Waltersdorf.

Doch so komfortabel Camping auch sein kann, eine Regel gilt noch immer: Den Abwasch machen die Männer.

Checkliste für den Camping-Urlaub

 

Vor der Abfahrt

Schritt 1: Auto, Reisemobil oder Wohnwagen rechtzeitig überprüfen und warten lassen.

Schritt 2: Ist ein Campingausweis nötig? Mit der Camping Card International übernachtet man auf rund 2.000 Campingplätzen in 26 europäischen Ländern günstiger. Für Mitglieder des Öster­reichischen Camping Clubs ist er kostenlos.

Schritt 3: Vorab informieren: In welchen Ländern gibt es Umweltzonen? Wo ist freies Stehen und Übernachten erlaubt? Der Österreichische Camping Club hält online zahlreiche Informationen bereit.

Schritt 4: Das Fahrzeug ordnungsgemäß beladen. Schweres Gepäck kommt nach unten, leichte Sachen kommen nach oben.

Schritt 5: Ausreichenden Gasvorrat zum Kochen mitnehmen. In manchen Ländern dürfen ausländische Gasflaschen nicht befüllt werden.

Essenzielle Tipps für den Camping Urlaub

 

Campingführer für Südosteuropa

Der „Campingführer Kroatien 2017“ ist mit 347 Campingplätzen der umfangreichste Campingführer für Kroatien und die Balkanländer. Neben Kroatien werden nahezu alle Campingplätze in Albanien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Monte­negro, Serbien und Slowenien aufgelistet und auf der Basis von Gästeberichten bewertet.

Camping in Italien

In Italien und Frankreich können Camper auf ausgewählten Bauernhöfen 24 Stunden lang kostenlos ihr Wohnmobil abstellen.

Checkliste: Was man mitnehmen sollte

  • Zahnbürste, Gesichtscreme und Rasierer
  • Instant-Kaffee, Wasservorrat und Fruchtsäfte
  • Kleiner Lebensmittel-Vorrat, zum Beispiel Chili sin carne
  • Zündhölzer oder Feuerzeug
  • Sonnenbrille & Sonnencreme
  • Reinigungs- und Feuchttücher
  • Seife, 2in1 Duschgel & Deo
  • Pflaster und Verband
  • Einwegkamera oder Speicherkarte für den Fotoapparat
  • Mückenschutz und Anti-Insekten-Spray
Die besten Camping-Destinationen in Südosteuropa

 

Die schönsten Ziele

Wir haben uns für Sie auf die Suche gemacht und die schönsten Campingplätze in unseren Nachbarländern ausfindig gemacht.

2 junge menschen am meer

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