Menü öffnen

Sprechstunde: Blasenentzündung

5 Fragen. Und 5 Antworten von Urologin Dr. Dara Lazar.

Home » Leben » Sprechstunde: Blasenentzündung - 02.2017

Dr. Dara Lazar, Fachärztin für Urologie in Wien, erklärt die häufigsten Ursachen für Blasenentzündung – und was man dagegen tun kann.

Welche sind die häufigsten Ursachen für Blasenentzündungen?

Meist stecken mehrere Ursachen dahinter. Sie reichen von Stress in der Partnerschaft über Schlafmangel bis hin zur Art der Verhütung und der Menopause. Dass die meisten Harnwegsinfekte Frauen betreffen, hat mit der Anatomie der weiblichen Harnröhre zu tun. Sie ist nur wenige Zentimeter lang, Bakterien können leicht in die Harnblase gelangen. Am häufigsten sind Escherichia-coli-Bakterien für Infekte verantwortlich. Bei den ersten Anzeichen sollte man sich Ruhe und Wärme gönnen und viel harntreibenden Tee trinken – etwa Goldrute, Zinnkraut oder Birkenblättertee.

BUCH TIPP Antworten von:

Dr. Dara Lazar,
Fachärztin für Urologie in Wien

Kann auch Kälte einen Harnwegsinfekt auslösen?

Ja, das ist möglich. Besonders Frauen, die leicht Blasenentzündungen bekommen, sollten in der kalten Jahreszeit auf warme Kleidung und wärmende Nahrung und Getränke achten – also kein kalter Orangensaft, sondern warmer Getreidebrei mit Tee zum Frühstück. Auch warme Suppen, wärmende Gewürze wie Ingwer und grüner Tee anstelle von kaltem Wasser unterstützen die Abwehrkräfte in den Harnwegen. Weitere Möglichkeiten zur Vorsorge bespreche ich individuell, etwa Ohrakupunktur und Schröpfen in der Traditionellen Chinesischen Medizin.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Die Therapie eines Harnwegsinfekts sollte individuell und durch den Facharzt erfolgen. Ist ein Antibiotikum notwendig, muss es genau nach ärztlicher Anweisung eingenommen und darf nicht frühzeitig abgesetzt werden. Sonst ist es möglich, dass die Bakterien gegen ein Antibiotikum resistent, also immun werden. Nur der Arzt kann entscheiden, welches Antibio­tikum für welchen Krankheitserreger geeignet ist. Zusätzlich empfehle ich nach erfolgter Therapie Probiotika, welche die Darm- und die Scheidenflora wieder aufbauen und mindestens einige Monate eingenommen werden sollten.

Was sollten Frauen noch beachten, um Blasenentzündungen zu vermeiden?

Besonders wichtig ist ein gesundes „Klima“ in der Scheide. Verschiedene Faktoren können den pH-Wert beeinflussen. Im Idealfall halten Milchsäurebakterien das Milieu in der Vagina sauer, damit sich keine Krankheitserreger ansiedeln können. Ihr Urologe sollte auch über die Einflüsse der Verhütungsmethode Bescheid wissen: Spermizide Wirkstoffe bei Kondomen, Scheidenzäpfchen und Diaphragma können die Vaginalflora ebenso durcheinander­bringen wie manche Anti-Baby-Pillen. Beim Geschlechtsverkehr kommen fast immer automatisch Bakterien in die Blase, die bei empfindlichen Frauen schnell zu Entzündungen führen können. Daher sollte man danach die Blase entleeren und nach Möglichkeit auch Flüssigkeit zu sich nehmen

Muss immer gleich ein Antibiotikum verschrieben werden?

In leichteren Fällen kann es genügen, sich Ruhe und Wärme zu gönnen und viel (warme) Flüssigkeit wie Grünen Tee oder Goldrute-Tee zu sich zu nehmen. Das sollte dann aber möglichst gleich bei den ersten Anzeichen umgesetzt werden. Gelingt das nicht, sollte man in Absprache mit einem erfahrenen Urologen weitere Behandlungsmöglichkeiten überlegen. Er kann entscheiden, ob man eine Therapie ohne Antibiotikum probieren kann – zum Beispiel mit einem entzündungshemmenden Medikament.

BUCH TIPP Schicken Sie uns Ihre Frage!

Haben Sie eine Frage zu einem medizinischen Thema? Dann schicken Sie uns jetzt Ihre Frage und wir leiten diese an unser Expertenteam weiter.

Nach Oben
OKMehr Information