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Von Alm zu Alm

Und von Hütte zu Hütte. Ausflugstipps für Naturfreunde und Wandersleute.

Home » Genuss » Von Almzu Alm - 07.2016

Klare Luft. Würzige Kräuter. Urige Hütten. Ein Sommer auf der Alm ist etwas, das uns Berge gibt.

Es gibt Momente im Leben, da ist man rundum glücklich und zufrieden. Und manchmal findet man sich ganz unverhofft in solchen Momenten wieder. Etwa wenn man unter den Holzschindeln einer Almhütte in der Morgensonne sitzt. Die Vögel zwitschern, im Stall muhen die Kühe, die Wolkendecke über dem Tal lichtet sich. Der Blick schweift über saftige Wiesen und schroffe Berggipfel. Der Frühstückstisch ist reichlich gedeckt mit dem, was die Natur hergibt. Alles ist gut.

Hoch hinaus. Bei so einem Ausblick verlieren sich die Gedanken irgendwo im Grün.

Hoch hinaus. Bei so einem Ausblick verlieren sich die Gedanken irgendwo im Grün.

SelbstGemachtes

Auf der Mussbachalm am Fuße des Hochkönigs in Maria Alm kommt zum Frühstück nur Selbstgemachtes auf den Tisch. Sennerin Anita Grießner lebt hier den ganzen Sommer über. Die Almwiesen mit ihren unterschiedlichen Pflanzen dienen als Grundlage für die Almwirtschaft. Die Schweine und Kühe ernähren sich davon. Das sieht man, und das schmeckt man auch. Etwa in der von Hand gerührten Butter aus frischer Rohmilch. „Zu Beginn des Sommers ist sie sehr hell“, so Grießner. „Wenn ich dann die Milch von den Almkühen verwende, verleihen ihr die frischen Kräuter eine goldgelbe Farbe und ein intensives Aroma.“ Wer zeitig auf die Alm wandert, kann der Sennerin über die Schulter schauen.

J. W. von Goethe, Dichter

»Alles ist gut, wie es aus den Händen der Natur kommt.«

EinBlicke

Das Wasser kommt von der eigenen Quelle. Und an kühlen Sommerabenden knistert der Holzofen. Beim Besuch einer Almhütte erhält man Einblicke in das tägliche Schaffen der Sennerinnen und Senner. Sie sind Landwirte, regionale Lebensmittelproduzenten und Bewahrer alter Kulturlandschaften und Traditionen. Rund 100 Tage dauert der Almsommer, dann ziehen die meisten wieder ins Tal. Eine Zeit lang mit dabei zu sein ist eine wertvolle Erfahrung.

Geerdet. Die Grashalme auf der Haut und die Sonne im Gesicht spüren. Auf der Alm, da gibt’s keinen Stress.

Geerdet. Die Grashalme auf der Haut und die Sonne im Gesicht spüren. Auf der Alm, da gibt’s keinen Stress.

KräuterReich

Anita Grießner ist übrigens berühmt für ihre Kräutersalbe gegen Mückenstiche. Insgesamt gibt es rund um den Hochkönig zwölf Kräuteralmen wie die Bürglalm, die Pronebenalm oder die Dientalm. Die Almwirte stellen Kräutersalze, Heidelbeeressig oder Heumilchseife her. Auch im restlichen Salzburger Land kann man bei geführten Kräuterwanderungen von Kräuterpädagogen erfahren, dass blühende Blumenwiesen mehr als nur schön anzuschauen sind.

BUCH TIPP Kräuter in der Naturkosmetik

Kühlende, erfrischende und reinigende Kräuter werden auch gerne als Inhaltsstoffe in der Kosmetik eingesetzt. Mehr Infos finden Sie im dm Online Shop.

Viele der Blätter, Blüten, Wurzeln, Harze und Hölzer haben einen intensiven Geschmack oder eine besondere Wirkung. Sie kommen vor allem in der Küche zum Einsatz: Spinat aus Brennnesseln, Spinatsamen als Gewürz für Aufstriche, Löwenzahn-Chutney, Wildkräuter wie Schafgarbe und Spitzwegerich in Suppen und Salaten, Tees aus getrockneten Blüten.

junge Frau spaziert durch eine Blumenwiese

Blumig. Allein durch eine Blumenwiese schlendern, das ist ein Hochgenuss der ganz besonderen Sorte.

AlmenWeg

Vor zehn Jahren hat man den Salzburger Almsommer mit dem Salzburger Almenweg eingeführt. Er schlängelt sich in 31 Etappen auf 350 Kilometern von Alm zu Alm. Viele Wanderungen sind auch für Familien geeignet, da 80 Prozent der Almen in ein bis zwei Stunden Gehzeit erreichbar sind. Natürlich sind auch Tages- oder Wochenetappen möglich. Damit genügend Zeit bleibt, das Leben auf der Alm zu genießen. Zum Beispiel beim Sonnenaufgang über den Bergen. Beim Käserühren. Oder beim Schlafen im Heubett. Viele schöne, unvergessliche Glücksmomente warten darauf, erlebt zu werden.

Wandern ist kein Wettkampf. Wer es langsam angeht, kann die Natur besser genießen.

Alm-Ausflüge

Wege geniessen. Der „Genussweg für Kräuterliebhaber“ ist einer von acht Genusswegen der Via Culinaria im Salzburger Land. Der Genussführer fasst 18 Adressen rund um das Thema Kräuter zusammen – darunter Kräutergärten, Kräuteralmen und Biohöfe. Hier: Kochers Kräutergarten.
Neues kennenlernen. Im Hollersbacher Kräutergarten erfährt man, wie Kräuterzucker hergestellt oder Wolle mit Pflanzen gefärbt wird.
Kräuter sammeln. Beim Wandern über die Almwiese immer mit dabei: „Das kleine Herbarium“. Praktisch und informativ. Die leeren Seiten füllen sich nach und nach mit selbst gepflückten und getrockneten Kräutern.
Wissen erhalten. Die Frauen aus dem Pinzgauer Saalachtal sind mit dem überlieferten Wissen um die Kräuter in ihrer Heimat aufgewachsen. Ein paar von ihnen haben sich zusammengetan und den Verein „Traditionelle Europäische Heilkunde“ (TEH) gegründet. Sie erhalten das bäuerliche Heilwissen und geben es in Kursen, in Seminaren und bei Kräuterwanderungen weiter.
Almen entdecken. Mehr als 550 Almhütten sind für Besucher geöffnet. Etwa die Tauernkarleitenalm in Obertauern mit der über 100 Jahre alten Rauchkuchl, die 150 Jahre alte Präau Hochalm in Dorfgastein und die Weissalm mit offener Feuerstelle in Großarl.

AlmenWege und WanderTipps:  Weiterlesen

Almweg ergehen in Österreich

  • GrossarltalDas Salzburger Großarltal ist als „Tal der Almen“ bekannt. Die Gipfel der Hohen Tauern, glasklare Bergseen und rund 40 bewirtschaftete Almhütten laden zum Verweilen ein. Auf vielen Hütten kriegt der müde Wanderer eine zünftige Brettljause mit hausgemachten Produkten, in einigen kann er übernachten.
  • Rund um den HochkönigDer Königsweg führt 73 Kilometer das mächtige Hochkönigmassiv entlang, durchs Steinerne Meer und die Dientner Grasberge sowie die Ortschaften Maria Alm, Dienten und Mühlbach. Wer will, übernachtet am Weg in rustikalen Almhütten.
  • Millstätter See HöhensteigÜber saftige Almen wandern und dabei stets den Blick aufs Wasser genießen: Dieser Themenweg verbindet die Berge rund um den Millstätter See in acht Tagesetappen miteinander. Der Weg ist insgesamt 200 Kilometer lang, 25 Hütten gibt es hier.
  • Stubaier Höhenweg8.000 Höhenmeter in acht Tagen: Der 100 Kilometer lange Höhenweg in den Stubaier Alpen ist nur etwas für Geübte mit Trittsicherheit. Nach jeder Tagesetappe wird in einer urigen Almhütte übernachtet. Eine Besonderheit: Von jeder Hütte aus gibt es Abstiegsmöglichkeiten ins Tal.
junge Frau streckt sich genüsslich

Befreit. Durchatmen, frei sein, entspannen: Auf der Alm ist das Leben noch ganz ursprünglich.

Alm-Erlebnisse in Europas Osten

  • Hochalm in SlowenienDie Almhütten heißen hier Bajte. Der aus frischer Milch hergestellte Käse Trnic. Die Hochebene Velika planina ist eine gut erhaltene Hirtensiedlung in Slowenien. Von Juni bis September ist das Vieh auf der Weide, die Almhütten stehen in unmittelbarer Nähe zueinander.
  • Maramures – Rumäniens HirtenregionWie aus einer anderen Welt – so beschreiben Besucher der Karpaten-Region Maramures ihre Erlebnisse. Im Norden Rumäniens bewirtschaften Milchbauern ihre Wiesen noch genau wie vor Hunderten von Jahren, Wanderer treffen auf Schafhirten und erkunden für die Region typische Holzkirchen.
  • Hohe Tatra – Wandern in der SlowakeiDas kleinste Hochgebirge der Welt ist bis zu 2.654 Meter hoch. Wer es von Ost nach West durchwandert, muss mit rund einer Woche Gehzeit rechnen und übernachtet in Berghütten.
  • Nationalpark Sutjeska in Bosnien-HerzegowinaEiner der wenigen Orte Europas, an denen man Wölfen und Bären in freier Wildbahn begegnen könnte. Schroffe Berggipfel und saftige Wiesen wechseln sich mit dem Fluss Sutjeska ab. Auch hier laden Hütten zur Einkehr ein.
genuss-reise-8-ab_2016-06

Luftig. Zu zweit in luftigen Höhen zu wandeln, das ist schon etwas ganz Besonderes.

Fünf Tipps für Wanderer

  • Die richtige Planung. Ehrlich zu sich selbst sein, das schützt vor Überforderung. Zeitig losgehen, um die Mittagshitze zu meiden. Und genügend Pausen einplanen.
  • Die idealen Schuhe. Wenn die Schuhe drücken, ist der Wanderspaß getrübt. Deshalb: Wanderschuhe eher eine Nummer zu groß kaufen als zu klein, vor längeren Touren gut einlaufen und atmungsaktive Sportsocken anziehen.
  • Energiereiche Jause. Wer weitere Strecken wandert, sollte seinem Körper ausreichend Energie zuführen. Tagsüber tun Äpfel oder Trockenobst dem Körper gut. Abends liefern Fett, Eiweiß und Kohlenhydrate frische Energie.
  • Genügend Zeit nehmen. Gerade bei mehrtägigen Touren macht es Sinn, lieber zu viel Zeit einzuplanen. Erstens will man neben der sportlichen Leistung auch die Landschaft genießen. Und zweitens verhelfen ein paar Stunden Auszeit zwischendurch zu neuer Kraft. Tipp: Schuhe und Socken in den Pausen ausziehen, damit sich die Füße erholen können.
  • Hilfreiche Kleinigkeiten. Immer mit dabei: ausreichend viel Wasser. Schließlich weiß man nie, wie lange eine Wanderung tatsächlich dauert. Weitere hilfreiche Mitbringsel, die wenig Platz einnehmen: Blasenpflaster, Taschenlampe, Sonnencreme und Kopfbedeckung.
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