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Meditation: die neue Gedankenlosigkeit

Das Chaos im Kopf ordnen.

Home » Genuss » Wellness » Meditation:die neue Gedankenlosigkeit - 02.2016

Stress ausblenden. Das Nichts suchen. Innere Ruhe finden. Meditation ist einer der wirkungsvollsten Wege zum gelassenen Ich. Nicht nur ausgebrannte Manager oder große und kleine Berühmtheiten profitieren von den Geistesübungen.

Bisweilen geht es in unserem Kopf zu, als würde eine Horde wilder Affen darin hausen. Der eine brüllt: „Vergiss die Stromrechnung nicht!“ Der andere schreit: „Um drei Uhr hast du einen Termin beim Steuerberater!“ Der Nächste kreischt: „Du musst noch die E-Mails beantworten.“ Während man telefoniert, checkt man noch schnell den Posteingang, die Einkaufsliste oder zumindest die Agenda für die nächsten Stunden. Abends weiß man oft nicht, wo einem der Kopf steht. Das Affengebrüll hallt nach, das Abschalten fällt denkbar schwer.

Gruppe meditiert

Heilend. Meditation ist ein wirkvoller Weg zu Gelassenheit und fördert die Gesundheit.

Moderne Entspannung

„Meditation kann diese typischen Automatismen des Alltags stoppen“, erklärt Dr. Ulrich Ott, Diplompsychologe an der deutschen Universiät Gießen und Autor eines Buchs über Meditation. Statt Beruhigungspillen empfiehlt er gestressten Menschen, mit fernöstlichen Entspannungstechniken zu entschleunigen. Seit Jahren erforscht er die Effekte von Meditation auf die Funktion und Struktur des Gehirns. Aber auch wenn sich die Wissenschaft seit Längerem mit dieser besonderen Art der geistigen Entschleunigung beschäftigt, taucht bei vielen noch immer das Bild von abgehobenen Yogis im Lotussitz auf, so Ott: „Meditation wird oft dem Bereich Religion und Esoterik zugeordnet, was bei skeptischen Zeitgenossen leicht zu einer ablehnenden Haltung führt.“ Eine Skepsis, die nicht ganz unberechtigt ist, sind doch die Wurzeln der Meditation untrennbar mit religiösen Riten verknüpft. Mittlerweile belegen aber zahlreiche Studien, dass die Geistesübungen auf körperlicher wie auf seelischer und geistiger Ebene wirken. Ott fasst diese Wirkung zusammen:

Dr. Ulrich Ott

„Meditation verändert auf lange Sicht Strukturen im Gehirn, verhilft zu einem besseren Lebensgefühl, steigert Konzentration und Aufmerksamkeit.“

Weiters beeinflusst sie laut Forschung das Immunsystem und die Selbstheilungsprozesse des Körpers, kann positiv auf Herz-Kreislauf-Probleme, Burnout und hohen Blutdruck wirken. „Niemand behauptet, man könne Krankheiten wegdenken. Jedoch hat das Meditieren einen Einfluss auf die Gesundheit, den Ärzte und Psychologen bisher viel zu selten genutzt haben“, ergänzt der Wissenschaftler. „Mittlerweile wird Meditation auch in Kliniken zur Behandlung von Patienten eingesetzt, denen es primär um eine Besserung ihrer Symptome geht, und nicht um spirituelle Erleuchtung.“

Verschiedene Wege

Tai-Chi Meditation

Kämpferisch. Auch so geht Meditation: Tai-Chi.

Die meisten Menschen, die mit Meditation beginnen, möchten in erster Linie ihrem persönlichen Hamsterrad entkommen. „Jeder kann lernen, das innere Befinden in Richtung Ruhe und Gelassenheit zu verändern“, sagt Ott, der neben Meditations- auch Yogakurse abhält und sie auch für Kinder empfiehlt. Die wichtigste Tugend dabei ist Konsequenz. In allen Formen der Meditation geht es vorrangig darum, den Blick nach innen zu richten. Aber wie geht das jetzt, das Meditieren? „Auf diese Frage gibt es viele mögliche Antworten, weil eine Vielzahl unterschiedlicher Meditationstechniken existiert“, so Ott. Einige beinhalten Bewegungen des Körpers, wie Tai-Chi, Qigong, Hatha-Yoga oder der Drehtanz der Derwische.

Hilfreiche Mittel

Bei anderen Methoden werden Meditationssilben oder -sätze, die Mantras, wiederholt: OM. Ott: „Weitere Techniken arbeiten mit dem Betrachten von Meditationsbildern (Mandalas), dem Starren in eine Kerzenflamme oder inneren Vorstellungsbildern.“ Welche Methode für wen geeignet ist, ließe sich schwer sagen. Gerade für Anfänger eigne sich aber die eigene Atmung als ideales Meditationsobjekt: „Mit der Atmung wird die Wahrnehmung von der äußeren Umgebung auf den Innenraum des Körpers gelenkt.“ Die Atmung kann leicht bewusst wahrgenommen werden, weil sich Zwerchfell und Brustkorb bewegen, so der Meditationsexperte: „Zudem können Empfindungen im Bereich des Naseneingangs als Anker für die Aufmerksamkeit verwendet werden.“

Atemtechniken Meditation Beten Ketten Kerzen

Hilfreich. Kerzen, Ketten, Mandalas oder Atemtechniken. Für jeden ist ein anderes Hilfsmittel geeignet.

Transzendentale Meditation

Noch ist nicht erforscht, welche Methode am besten hilft. Dr. Ulrich Bauhofer ist Ayurveda-Arzt und lehrt die Transzendentale Meditation (TM). Er wirbt für seine Spezialseminare mit den Worten: „Ein leeres Energiekonto lässt sich wieder füllen. Man muss nur wissen wie. Es ist nicht kompliziert, nicht schwer, nicht zeitaufwendig. Man muss jedoch den Entschluss fassen, auf seine Energie zu achten, lernen, sich wieder zu spüren und sich nicht mit anderen zu vergleichen.“ Kultregisseur David Lynch, Clint Eastwood, Jeff Bridges oder Oprah Winfrey meditieren schon lange nach der TM-Methode. Vor zehn Jahren gründete Lynch eine Stiftung, die Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen die Meditation nahebringt.

In den USA stehen geführte Meditationskurse zur Stressreduktion schon längst auf der Tagesordnung.

Hilfreiche Körperwahrnehmung

Ärzte und Psychologen empfehlen oft die Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR). Jon Kabat-Zinn, mittlerweile emeritierter Professor der University of Massachusetts Medical School, verband Elemente des Buddhismus mit der westlichen Naturwissenschaft. Heute wird MBSR als Begleittherapie gegen Stress, Depression, Angststörungen und Schmerzen angewendet. In Dänemark erfahren Lehrer, wie sie Schülern mehr Mitgefühl und Freundlichkeit vermitteln können. Etwa mit Bodyscans, einer angeleiteten Meditation. Initiator und Bestsellerautor Peter Høeg erklärt: „Wir empfehlen Lehramtsstudenten zwanzig Minuten Meditation am Tag. In dieser Zeit sollten sie in Kontakt zu ihrem Körper, ihrem Herzen, ihrer Seelenruhe treten und versuchen, diese Qualität in die Beziehung zu anderen hinüberzutragen. Nach einem Bodyscan sind auch Kinder sehr offen und aufnahmefähig.“ Das verändere langsam aber spürbar das Leben, sagt Høeg: „Man begegnet Kindern und auch Erwachsenen mit seinem ganzen Sein – mit Körper, Herz und Verstand.“

Entspannte Prominenz – Stars über Transzendentale Meditation:Weiterlesen

Von den Beatles bis Cameron Diaz

Viele Prominente meditieren nach der Lehre des indischen Gurus Maharishi Mehesh Yogi: Einst waren es die Beatles, heute sind es Stars wie US-TV-Talkerin Oprah Winfrey, Regisseur David Lynch, Clint Eastwood, Katy Perry, Jeff Bridges, Jennifer Aniston, Hugh Jackman, Eva Mendes, Gisele Bündchen oder Cameron Diaz.

Transzendentale Meditation (TM) ist alltagstauglich, kann auf dem Bürosessel, im Flugzeug oder auf der Couch praktiziert werden.

Die Technik ist einfach und relativ leicht zu erlernen. Im Interview erzählt Cameron Diaz von ihren Erfahrung mit Meditation: „Ich habe TM gelernt, die Technik der Transzendentalen Meditation. Und das war genau das, was ich brauchte. Es schlug voll ein, vor allem die Tatsache, dass es die leichteste Sache war, die ich in meinem Leben je gemacht habe – nicht die harmloseste oder simpelste Meditationsart, aber das mit Abstand Leichteste, was ich jemals erlernt habe.“

Überzeugt von Transzendentaler Meditation: Cameron Diaz

Und Oprah Winfrey, die beliebte Talkshow-Moderatorin aus den USA und erste Afroamerikanerin, die Milliardärin wurde, sagt über die Transzendentale Meditation: „Ich brachte einen Lehrer für Transzendentale Meditation in die Studios, um mich und mein Team zu lehren, wie man meditiert. Also fingen wir an zu meditieren. Sieben von uns begannen, wurden 70, führten zu 270, und jetzt meditiert jeder im Unternehmen. Um 9 Uhr morgens und 16.30 am Nachmittag, egal was los ist, hören wir auf und meditieren. Menschen, die Migräne hatten, haben sie nicht mehr. Die Menschen schlafen besser. Die Menschen haben bessere Beziehungen. Menschen interagieren mit anderen Menschen besser. Es ist fantastisch.“

Oprah Winfrey über ihre Erfahrungen mit Transzendentaler Meditation

 

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