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Wer Sie sind – sagt der Spiegel Ihres Gegenübers

Wie man wirklich drauf ist, erkennt man an den Menschen mit denen man zu tun hat. (Teil 1)

Home » Leben » Psyche » Wer Sie sind –sagt der Spiegel Ihres Gegenübers - 10.2015

Sind das wirklich Sie?

Ihre Mitmenschen halten Ihnen den Spiegel vor. Und der zeigt, wie man sich verhält, wovor man sich fürchtet und an welchen Problemen man herumkiefelt. Ändert man sich, ändert sich auch das Umfeld.

Es ist, als würde man in einem Spiegelkabinett leben. Und die Spiegelbilder zeigen nicht, was man zu sehen erwartet. Sie zeigen nicht, wie man sich selber sieht. Sie zeigen auch nicht, wie einen die anderen sehen. Sie zeigen die wunden Punkte. Das, was man an sich so gar nicht mag. Das, was man an sich gerne ändern würde. Das, was man noch gar nicht weiß über sich. Traut man sich, diese Spiegelbilder bewusst anzuschauen, tut man enorm viel für sich. Das Umfeld ist ein Spiegel, der die trüben Flecken am eigenen Ego zeigt. An den eigenen Einstellungen. Die eigenen Fehler. Die Knüppel, die man sich selber zwischen die Beine schmeißt. Warum man nicht zufrieden ist. Wo es hakt. Wie man sich unterschätzt. Wann man sich klein fühlt. Wobei man sich allein vorkommt. Mit diesen Informationen kann man immens viel anfangen.

Jeder Mensch, der einem begegnet, hat einen Spiegel in der Hand, den er einem bereitwillig hinhält. Schau nur, sagt er damit, ohne dass er es weiß, schau nur, das bist du. Und wenn dir nicht gefällt, was du siehst, kannst du es einfach ändern.

Welche Informationen gibt der Spiegel preis?

Jeder ist ein Spiegel und schaut sich gleichzeitig in einen anderen. Natürlich ist das keine Ausrede, um sich aus dem Nichts heraus danebenzubenehmen, unhöflich zu sein oder aggressiv zu werden. Tschuldigung schon, ich wollte dir nur spiegeln, was bei dir schiefläuft. Das funktioniert schon deshalb nicht, weil dem Spiegel gar nicht bewusst ist, dass er ein Bild zurückwirft – und noch weniger, welches. Tatsache ist: Das Verhalten der Mitmenschen sagt sehr viel über einen selbst aus. Ist jemand unzuverlässig, dann weist er einen viel­ leicht darauf hin, dass man sich auf sich selber nicht verlassen kann. Ist jemand verschlossen, dann womöglich bloß, weil man selbst nichts von sich preisgibt. Ist jemand respektlos, dann eventuell nur, weil man sich selbst nicht achtet. Fühlt man sich als Opfer, kann es doch sein, dass man ganz von allein immer wieder in diese Rolle verfällt.

Ein freundliches Lächeln kann ein Zeichen dafür sein, dass man eine positive Ausstrahlung hat. Ein ignorantes Verhalten kann darauf hindeuten, dass man gerade eine schwierige Phase durchmacht und gereizt ist. Stresst es einen, dass ständig irgendwer irgendwas will, kann man möglicherweise nicht Nein sagen. Behandeln andere einen von oben herab, ist man unter Umständen nicht besonders selbstbewusst. Hat man keine guten Freunde, könnte es daran liegen, dass man andere nicht an sich heranlässt, weil man ihnen nicht vertraut, weil man nicht auf sich selbst vertraut. Und findet man den Traumpartner nicht, könnte es sein, dass man sich selbst als Albtraum empfindet. Liebe dich selbst, sonst liebt dich keiner, sagt man. Und das Prinzip, das dahintersteckt, gilt bei Weitem nicht nur für die Liebe. Es gibt so viele Arten der menschlichen Spiegelei.

Spiegel vorhalten, active beauty

Menschliche Spiegel lügen nicht Kennt man jemanden nicht, tut man sich oft leichter, die Botschaft aufzugreifen

Was sagt Ihnen der Spiegel Ihres Gegenübers?
Man strahlt etwas aus. Die Mitmenschen spiegeln es. Und man selbst reagiert, bewusst oder unbewusst. Das heißt, was andere Menschen um uns ausstrahlen und wie
 sie sich verhalten, hängt ganz stark von uns selbst ab. Und umgekehrt. Kurz gesagt: Man beeinflusst sich gegenseitig. Signalisieren einem die Mitmenschen, dass man zu viel redet, wird man möglicherweise etwas hinter den Worten verstecken wollen. Jammern sie, ziehen sie einen runter. Und hat man gute Laune, steckt man sie damit an. Was sich wiederum auf einen selbst auswirkt. Es ist ein Kreislauf, aus dem man kaum ausbrechen, den man aber verändern kann. Wenn man will. Zum Positiven. Doch das klappt nur, wenn man an sich selbst was ändert.

Wie kann man Veränderung einleiten?

Andere Menschen dafür verantwortlich zu machen, was bei einem selber falsch läuft,
 ist zutiefst menschlich. Wie schön, wenn andere schuld sind. Wie einfach, wenn man an sich selbst nichts auszusetzen hat. Wie schade, dass man damit nicht weiter­ kommt. Wird man nicht behandelt, wie man es wünscht, ist nicht nur der andere ein Rüpel. Es gehören immer zwei dazu, und der Zweite ist man selber.

»Nicht der äußere Mensch, sondern der innere hat Spiegel nötig.«
Jean Paul

Das Prinzip ist dabei nicht: Du behandelst mich schlecht, weil ich dich schlecht behandle. Das Prinzip ist:
Du behandelst mich schlecht, weil ich mich selber schlecht behandle. Der Informationsaustausch über menschliche Spiegel ist nie ein Hin­ und Herwerfen von Mitteilungen. Es ist ein Empfangen und In­sich­Weiterdenken. Der Spiegel zeigt, wie es ist, damit ist seine Aufgabe beendet. Er ist nicht daran interessiert, wie man mit seiner Message umgeht, er hat sie ja nicht einmal bewusst ausgesendet. Die Schlüsse, die sich aus der Botschaft ergeben, muss man selber ziehen.

Lesen Sie mehr zum Thema:

Teil 1: Wer Sie sind – das sagt Ihnen das Spiegelbild Ihres Gegenübers
Teil 2: Wie funktioniert die Veränderung?

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