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Der Wickel-Guide

Wie man wickelt, wie oft man cremt, was tun bei rotem Popo.

Home » Family » Der Wickel-Guide - 04.2017

 Wickeln ist keine Wissenschaft, aber es will trotzdem gelernt sein.

Okay. Kann ja nicht so schwer sein. Alte Windel runter, neue rauf und dazwischen sauber machen, was sauber zu machen ist. Auf geht’s. Vor dem ersten Wickeln stehen die meisten von uns noch ein bisschen ratlos vor dem Baby. Nach ein paar Anläufen sitzen die nötigen Handgriffe. Und nach einigen Wochen nähern wir uns dem Status des Routiniers an. Zwei Jahre später könnten wir Wickel­seminare halten. Wer will, kann schon mal mit der Stricherlliste beginnen. 6.000 davon werden wir brauchen, bis das, was jetzt noch in die Windel geht, im Topf landet. Bis dahin leben wir zwischen großen Geschäften und kleinen Schreihälsen und haben ab und zu auch die Nase voll.

Wickeln stand lange im Geruch, nicht das reinste Vergnügen zu sein. Selbst Noch-nicht-ganz-moderne-Väter sehen das heute anders. Wickelzeit ist immerhin auch eine Gelegenheit zur intensiven Auseinandersetzung mit dem Baby, samt Augenkontakt und kleinen Unterhaltungen.

Die passende Windel finden Sie im dm Online Shop.

Was brauche ich zum Wickeln?

 

Ausstattung

Eines vorweg: Vorbereitung ist das halbe Wickeln. Ein gut organisierter Wickelplatz ist tatsächlich die halbe Miete. Es gibt kaum etwas Ärgerlicheres, als vor dem halbnackten Baby festzustellen, dass die letzte Windel verbraucht, die Feuchttücherbox leer und die Wundschutzcreme verschwunden ist.

Ein passender Wickeltisch in der richtigen Höhe mit seitlichen Sicherheitserhöhungen beugt auch dem Rückenschmerz der Mama vor. Der Raum, in dem gewickelt wird, sollte eine Temperatur von 25 Grad haben. Eine Wärmelampe über dem Wickeltisch sorgt da schnell für wohlige Atmosphäre.

Checkliste: Was Sie zum Wickeln brauchen

  • Wickelunterlage
  • Windeln in der passenden Größe
  • Feuchttücher
  • Eventuell warmes Wasser und Waschlappen
  • Wundschutzcreme oder
  • Babypuder
  • Papiertücher
  • Wechselkleidung
  • Spielzeug zur Ablenkung
  • Wenn alles vorhanden ist, geht das Wickeln auch ruckzuck
Was muss man vorab wissen?

 

Weisheit

Babys werden immer von vorne nach hinten gesäubert, damit sich keine Darmbakterien in falsche Gebiete verirren. Nicht alle Babys und Kleinkinder sind mit dem Wickeln immer restlos glücklich. Man sollte also mit leichten Ablenkungsmanövern arbeiten. Eine Rassel, ein Mobile oder ein Quietschtier lassen das Baby schon für ein paar Minuten stillhalten. Ganz wichtig: Lassen Sie Ihr Baby nie unbeaufsichtigt auf dem Wickeltisch liegen!

 

Wie oft muss man wickeln?

 

Häufigkeit

Ein Neugeborenes wird durchschnittlich sechs- bis achtmal pro Tag gewickelt. Zur Beruhigung, es gibt Aussicht auf Besserung: Etwas größere Kinder brauchen nur noch rund vier- bis sechsmal pro Tag eine frische Windel. Grundsätzlich wird aber immer dann gewickelt, wenn die Windel voll ist.

Manche Kinder lassen sich durch Schreien oder Quengeln anmerken, dass es Zeit für einen Windelwechsel ist, andere brauchen hin und wieder eine Geruchskontrolle. Nach den Mahlzeiten zu wickeln hat sich bei den meisten bewährt. Frei nach dem Prinzip: Was ich oben einfülle, kommt unten wieder raus.

Was tun bei rotem Popo?

 

Keine Panik

Nicht selten kommt es vor, dass Babys Popo gerötet ist oder gar leichte Bläschen aufweist. Kein Wunder bei dieser Klimabelastung, die da in der Windel vorherrscht. Dieses sehr spezielle Mikroklima aus Wärme, Feuchtigkeit und belastenden Stoffen wie Urin und Stuhl wirkt eigentlich permanent auf Babys Haut ein, der noch die nötigen Schutzmechanismen fehlen.

Deshalb bietet sich der Popo wunderbar als Siedlungsgebiet für Keime jeglicher Art an. Oft sind es auch bestimmte Lebensmittel, die nach ihrem Weg durch den Körper an der Endstation Unheil anrichten. Wächst sich die Rötung zu einer handfesten Entzündung aus, handelt es sich möglicherweise um eine Pilz- oder Bakterien­infektion. Dann heißt es: ab zum Arzt.

Damit da erst gar nichts rot wird, sollte nach dem Wickeln der Popo immer gut getrocknet werden, bevor die nächste Windel umgeschnallt wird. Noch besser, man nutzt diesen Moment, um das Baby nackt strampeln oder krabbeln zu lassen. Rötungen und Entzündungen wird damit nämlich effektiv vorgebeugt.

Eine Wundschutzcreme mit pflegenden Extrakten oder Babypuder muss nicht bei jedem Wickelvorgang angewendet werden. Aber beim leisesten Anzeichen einer Rötung: rauf damit. Grundsätzlich ist es aber viel wichtiger, den Popo gründlich abzutrocknen, als ihn ständig einzucremen. Sensible Haut sollte man keinesfalls mit aggressiven, parfum- oder alkoholhaltigen Feuchttüchern reinigen.

Achten Sie auf das kleine Wörtchen „sensitiv“ auf der Packung. Noch besser verträglich: warmes Wasser und ein sanftes Reinigungstuch. Und wenn es dann doch einmal passiert, das gehört einfach dazu, helfen Wund­puder oder Salben auf Zink-Basis. Oft sind die Rötungen dann nach zwei- bis dreimal Schmieren wieder völlig verheilt.

Was gehört in die Wickeltasche?

 

Pack-Profi

Nicht selten wird es vorkommen, dass Sie auch außer Haus wickeltechnisch Hand anlegen müssen. Achten Sie vorher darauf, dass in der Hitze des Gefechts kein wichtiges Utensil fehlt. Kontrollieren Sie also vor allem bei jedem längeren Ausritt ihre Wickeltasche, ob da auch wirklich alles drin ist, was Sie brauchen. Feuchttücher, zwei, drei frische Windeln, Wundschutzcreme, Wechselwäsche, Wickelunterlage. Im Sommer können Sie darin den Sonnenschutz verstauen, und im Winter den Wind- und Wetterbalsam. Die meisten Wickeltaschen haben auch noch Platz für kleines Spielzeug, Bücher, Ersatzschnuller, Knabbereien oder das Fläschchen. Diese Liste wäre jetzt noch beliebig fortsetzbar. Wenn Sie gut hinhören, sagt Ihnen Ihr Baby schon, was es mag.

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