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Eiskalte Disziplin

Wintersportarten im Überblick.

Home » Genuss » Eiskalte Disziplin - 11.2016

Auf den ersten Blick ist der Winter nicht der Sportlichste. Auf den zweiten sieht man, wie sehr man sich täuscht. Wie, womit und wo man sich in der Kälte bewegen kann.

Die Kufen krallen sich in die beschneiten Hänge. Der eisige Wind pfeift einem um die Ohren. Mit jedem Schwung weitet sich der Blick auf das weiße Tal. Die zwei Bretter wedeln tausende Eiskristalle auf, die in der Sonne funkeln. Hinter einem wacht der Gipfel des Berges. Schnell, zielstrebig und doch so leicht fegt man über die Piste. So ähnlich muss sich Fliegen anfühlen. In Gedanken tätschelt man sich die Schulter, weil man nicht auf der Couch geblieben ist. Sondern sich in der Früh aus dem Bett geschält hat. Der Körper atmet auf. Das Gewissen sonnt sich zufrieden. Der Geist erwacht zu neuem Leben. So gut kann sich Sport im Winter anfühlen. Doch bevor es auf die Piste, die Laufstrecke oder den Wanderweg geht, ist Phase eins angesagt. Damit die Muskeln und Sehnen aufgewärmt sind, die Grippe sich nicht einnisten kann und der Sport auch was bringt.

Die Devise lautet: gut einpacken, langsam starten, durchgehend bewegen und danach wieder schnell in die Wärme kommen.

Das richtige Outfit

genuss-fitness-9-ab_2016-09Auch wenn man ins Schwitzen kommt, muss man sich gut anziehen. Am leichtesten tut man sich mit dem Zwiebelschalenprinzip. Das heißt, dünne Lagen in mehreren Schichten überziehen. Irgendetwas aus dem Kasten zu fischen ist dabei die falsche Methode. Man braucht spezielle Kleidung, die Schweiß absorbiert und die Haut trocken hält. Baumwolle ist auf dem Gebiet nicht sonderlich gut. Sie saugt Feuchtigkeit auf und lässt den Körper auskühlen. Funktionskleidung verhindert das. Dazu ein Stirnband oder eine Haube, weil die meiste Wärme über den Kopf entweicht. Die tiefen Temperaturen setzen den Körper in Alarmbereitschaft, deshalb entzieht er Armen und Beinen die Wärme und führt sie den überlebenswichtigen Organen zu. Damit die Extremitäten trotzdem nicht auskühlen, steckt man sie in zwei Paar Socken und Handschuhe.
Aber auch hier gilt: keine kalte Nässe entstehen lassen.

Ausreichend Trinken

Anders als im Sommer kommt das Durstgefühl im Winter nicht so schnell auf. Das heißt nicht, dass man weniger trinken muss. Ganz im Gegenteil. Gerade jetzt muss man bewusst auf die Flüssigkeitszufuhr achten. Mit jedem Ausatmen geht dem Körper Flüssigkeit verloren. Bei Anstrengung kommt der Schweiß dazu. Heißes Zitronen- oder Ingwerwasser kann dem Körper sowohl Wärme als auch Flüssigkeit bieten.

Jim Rohn, Unternehmer, Autor, Motivationstrainer

»Sorge dich gut um deinen Körper. Es ist der einzige Ort, den du zum Leben hast.«

Gut Aufwärmen

Egal, bei welcher Wintersportart, der Körper muss vor dem Sport aufgewärmt sein. Genauer gesagt: die Gelenke, Sehnen und Muskeln. Ansonsten sind Zerrungen, Risse und Muskelverspannungen ziemlich wahrscheinlich. Vor dem Langlaufen, Eislaufen oder Joggen am besten ein paar Runden traben. Langsam beginnen und nicht übertreiben. Vor dem Skifahren und Snowboarden sollte man sich gezielter warm machen. Zum Beispiel mit Schulterkreisen, Dehnübungen und Hampelmännern. Sich nach dem Sport draußen herumzutreiben ist keine gute Idee. Auf keinen Fall an der kalten Luft auskühlen, der Körper möchte so schnell wie möglich ins Warme und aus der verschwitzten Kleidung heraus. Erst dann beginnt man mit den gewohnten Dehnübungen. Ist das Workout geschafft, belohnt man sich mit einer heißen Dusche. Wenn Zeit ist, kann sich das auch auf eine kleine Spa-Einheit ausdehnen. Hält man sich an diese paar Tipps, ist Outdoor-Sport im Winter ein gesundes Vergnügen – das sich zudem noch ausgesprochen abwechslungsreich gestalten lässt.

Weiterlesen: Winter-Sport

Pisten-Skifahren

Mindestens 800 Kalorien verbraucht man beim Skifahren in der Stunde. Die Beinmuskulatur und der Kreislauf werden gestärkt. Und in der Gruppe ist der Spaßfaktor garantiert. Dass die Zahl der Ski fahrenden Österreicher rückläufig ist, ist keine Ausrede, schlapp zu machen.Wer statt zwei Skiern lieber ein Snowboard unter den Füßen hat, darf sich nicht täuschen lassen, die Sache ist wesentlich anstrengender. Ein Brett weniger bedeutet umso mehr Fitness. Die Position auf dem Board benötigt mehr Energie und eine stärkere Beinmuskulatur. Deshalb ist der Sport auch mit mehr Risiko verbunden und regelmäßiges Training besonders gefragt.

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Cool. Je besser die Kondition und je größer der Ehrgeiz, desto waghalsiger die Abhänge.

Lang- und Eislaufen

Nicht jeder ist ein Abfahrtsläufer. Wer auf Entschleunigung aus ist, zieht lieber seine Langlaufspuren durch den Schnee. Für alle, die nicht so sehr auf das Abenteuer auf der Piste stehen, ist Langlaufen die passende Alternative. Und es hat auch sonst so einige Vorteile: viel weniger Sturz- und Unfallgefahr, keine teuren Karten für die Lifte, kein endloses Anstellen und ein ausgesprochen effizientes Workout. Man trainiert nicht nur die Beine, sondern auch die Arme, und das Herz-Kreislauf-System kommt ebenfalls in Schwung. Wer sich mit keinem der Bretter anfreunden kann, hat immer noch das Glatteis. Die winterliche Alternative zum Inlineskaten ist die einfachste Möglichkeit, einen Wintersport auszuüben. Ob auf einer künstlichen Eisfläche oder auf einem zugefrorenen See, mit den Kindern oder Freunden: Eislaufen ist kostengünstig und macht großen Spaß. Solange die Schuhe passen.

Alternativen

genuss-fitness-3-ab_2016-09Doch auch die gängigen Sportarten wie Radfahren und Joggen muss man im Winter nicht aufgeben. Wer sich an die Winter-Regeln hält, kann die Kondition auch über die Kältezeit hinweg bewahren. Man sollte sich aber bewusst machen, dass die niedrigen Temperaturen den Körper mehr in Anspruch nehmen. Bis minus fünf Grad ist normalerweise alles gut. Sinkt die Quecksilbersäule noch mehr, kann es zu Atemproblemen kommen. Die eisige und trockene Luft reizt die Bronchien. Bei Wind hat auch die Nase zu kämpfen, ihrer Aufgabe, dem Befeuchten und Erwärmen der Luft, kommt sie oft nicht mehr nach. Ein Schal über den Wangen kann helfen. Auf nassen Straßen zu radeln oder auf eisigen Wegen zu laufen braucht jedenfalls mehr Aufmerksamkeit. Die eigenen Grenzen zu überschreiten ist gefährlicher als im Sommer. Aber es muss auch nicht immer ein heftiges Ausdauertraining sein. Wer sich im Winter sehr kraftlos fühlt, hat oft nur einen leichten Bewegungs- und Lichtmangel. Ein kleiner Spaziergang in der Sonne tut’s da auch. Das restliche Workout kann man nach innen verlegen.

 

Weiterlesen: Trend-Sportarten

Die Trends

Fatbiken im schneeWer es lieber außergewöhnlich hat, lebt in der richtigen Zeit. Die neuen Trendsportarten haben Abenteuer-Potenzial.

Fatbiken: Man nehme ein Mountainbike und verpasse ihm besonders fette Reifen. So schnell ist das Fatbike geboren. Damit kann man durch Schnee und Eis radeln, ohne den Halt zu verlieren.

Snowkiten: Man nehme ein paar Ski oder ein Snowboard. Dazu schnallt man sich einen Kite, also einen Lenkdrachen, um und lässt sich vom Wind über die Piste ziehen. Auf schneebedeckten, zugefrorenen Seen hat man dafür die beste Flächen.

Schneeschuh wandern: Man schnalle sich zwei Schneeschuhe um und laufe. Klingt einfach, geht aber ganz schön an die Kräfte. Im schnellen Schritt durch Tiefschnee zu wandern hat es ordentlich in sich. Danach hat man sich die heiße Schokolade wahrlich verdient.

Snowsurfen: Man nehme ein Snowboard und schnalle die Bindung ab. Dann steht man wie auf einem Surfbrett und fährt trotzdem auf Schnee. Schaut sehr beeindruckend aus, ist eher was für Profis.

 

Weiterlesen: 3 Übungen für den Wintersport

Aufwärmübungen

Training. Wer gut durch die Wintersaison kommen will, dem sei das richtige Training vor dem Winter ans Herz gelegt.

Training. Wer gut durch die Wintersaison kommen will, dem sei das richtige Training vor dem Winter ans Herz gelegt.

1. Ganzkörperstabilisation
In den Unterarmstütz in Bauchlage gehen, Beine sind hüftbreit geöffnet, die Zehen aufgestellt. Becken ist ebenfalls oben. Körpe anspannen und 15 Sekunden halten. Dann geht es in die Seitenlage, dieses Mal stützt man sich nur noch mit einem Arm ab. Der Körper bildet eine gerade Linie. Halten. Von dieser Position in den Rückenstütz gehen – ohne Absetzen. Halten und in die andere Seitenlage gehen. Wichtig ist immer, den Körper in einer Linie zu halten.

2. Tiefer Ausfallschritt
Dafür braucht es eine Couch, auf die man sich an den Rand stellt. Schritt nach vorne. Ein Bein bleibt auf der Couch das andere fängt den lockeren Fall ab. Stabilisieren und aus dem Ausfallschritt zurück in den Einbeinstand drücken. Wieder halten. Das wiederholt man acht bis zwölf Mal auf beiden Seiten.

3. Gerade Bauchmuskulatur
Dafür braucht man einen stabilen Sessel, auf dem man sich an die Kante setzt. Arme seitlich nach vorne strecken, Knie anziehen. Dann Beine nach vorne oben strecken. Dabei die Körperspannung bewahren. Beine wieder anziehen und absenken. Acht bis zwölf Mal wiederholen.

Mehr Übungen, die vom ÖSV zur Einstimmung auf die Winter-Saison empfohlen werden, gibt’s hier.

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