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Wunder der Technik

Cyber-Skalpelle, intelligente Pillen und T-Shirts: was bringt die Medizin der Zukunft?

Home » Leben » Gesundheit » Wunderder Technik - 09.2015

Gesundheit ist eine Frage der Technik

Organe werden im Labor gezüchtet und durch Immuntherapie sollen bald auch die gefährlichsten Krebsarten bekämpft werden können – die moderne Medizin hilft uns dabei, ewig gesund zu bleiben. Aber auch „smarte“ Mittel zur eigenen Gesundheitskontrolle haben Zukunft.

Cyber-Knife, Intelligente Pillen und  T-Shirts, die alles überwachen. Was nach einem Science-Fiction-Roman klingt, ist jetzt schon in vielen Krankenhäusern Realität. Welche Innovationen hält die moderne Medizin für uns bereit? Hier ein kleiner Überblick.

Kleine Wunderwerkzeuge

Für Krebsgeschwüre gibt es neben der Immuntherapie das Cyber-Knife. Dieses Wunderwerkzeug ermöglicht es, den Krebs ohne Operation zu entfernen. Dafür bündelt das Gerät Licht in der Mitte des Tumors. Wie ein Messer schneidet es damit den Krebs aus dem Körper. Die Einstrahlrichtungen sind ganz individuell auf den Patienten eingestellt. Dadurch kommt das Cyber-Knife an Stellen heran, die der Chirurg bei einem herkömmlichen Eingriff nicht erreichen hätte können. Zum Beispiel bestimmte Teile des Gehirns. Bei Operationen sind nur noch kleine Schnitte nötig; der Chirurg führt lange Roboterärmchen mit Kameras über kleine Öffnungen in den Körper ein. Sie übernehmen die Bewegungen seiner Finger und können genauer und sensibler an den Organen arbeiten. Damit ist die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen um einiges geringer.

Großvater und Kind

Alters-FrageIn Zukunft bleibt Altes jung und Junges wird gar nicht mehr alt.

Gesunde Zukunft

Was wie Zukunftsmusik klingt, ist jetzt schon Realität und wird in Krankenhäusern wie der Charité eingesetzt. Und die Forscher schlafen nicht. Die Ideen sind da, es fehlt nur noch an der Umsetzung. Zum Beispiel für die intelligente Pille. Mithilfe von Nanopartikeln wirkt sie nur da, wo sie soll. Das heißt: Die Pille kann erkennen, wo dem Körper etwas fehlt, und greift keine gesunden Bereiche an. Krankheiten könnten mit geringeren Nebenwirkungen geheilt werden. Kontaktlinsen sollen das Leben von Diabetikern erleichtern. Sie messen den Blutzuckerwert der Tränenflüssigkeit und geben Bescheid, wenn der Spiegel zu hoch oder zu niedrig ist. Auch für Parkinsonerkrankte und Epileptiker gibt es Hilfe. Ein Hirnschrittmacher soll in Zukunft verhindern, dass Anfälle ausgelöst werden und erlöst auch vom dauerhaften Zittern.

Ungesunde Überwachung

Die Medizin der Zukunft hat das Ziel, Krankheiten überhaupt möglichst zu verhindern. Dafür wird die Verantwortung in die Hände jedes Einzelnen gelegt, man gibt ihm die Möglichkeit, seine Gesundheit selbst zu überwachen. Die Technik dafür gibt es bereits. Das Smartphone agiert als Fitnesscoach, es ist Ernährungsexperte und koordiniert den Gesundheitscheck. Es meldet, wenn man zu wenig Sport macht, die tägliche Kalorienzufuhr überschritten ist oder der Puls ausflippt. Dieses Informationssystem soll ausgebaut und mit der Kleidung und dem Arzt vernetzt werden. Dann ruft man nicht mehr selbst die Rettung, wenn etwas ist. Es ist das T-Shirt, das die Körperfunktionen stetig misst und bei Störungen den Arzt informiert. Auf die Art kann die Ambulanz bei einem Autounfall auch dann verständigt werden, wenn die Verletzten alle bewusstlos sind. Solche Shirts gibt es schon. Zumindest im Ansatz.

Das Smartphone agiert als Fitnesscoach, es ist Ernährungsexperte und koordiniert den Gesundheitscheck.

Der gläserne Patient

Über den Schweiß können sie beim Laufen den Wassergehalt des Körpers messen. Die Farbe des Stoffes ändert sich, wenn man Wasser nötig hat. Dehydrierung ist dann bloß noch ein Fremdwort. Der Gedanke hinter all dem: schnellere Hilfe und raschere Heilung für gesündere Menschen. Keine Krankheiten mehr. Erste Hilfe mit dem Smartphone. Krankenhäuser ohne Todesfälle. Leben ohne Ende. Irgendwas hat’s da. Und tatsächlich gibt es einen Preis zu zahlen. Will man ständige Kontrolle über seine Gesundheit, ist der gläserne Patient schon geboren. Alles ist vernetzt mit dem Smartphone, mit dem Computer, mit den Ärzten und mit den Versicherungen. Geheimnisse über den Lebensstil kann man genauso gut aus dem Fenster schreien. Hat man seine Krankheit selbst verschuldet, wissen das die Versicherungen und zahlen nicht mehr. Dauerhafte Überwachung. Big Brother, und wir alle sitzen im Container. Das gesamte Gesundheitssystem müsste umgestellt werden. Medizinische Einrichtungen bräuchten ein neues Konzept für ihre Patienten.

Gefahr Mensch

Die andere Frage ist: Will es denn jeder, so ein Leben ohne Ende? Der Mensch spielt gern Gott. Liebt es, der Natur nachzubessern. Ewiges Leben ist kein natürlicher Kreislauf mehr, sondern ein endloser Pfad. Das Prinzip vom Kommen und Gehen wäre durchbrochen. Es gäbe ein Aufblühen, aber kein Verwelken mehr. Der Mensch muss das Gleichgewicht finden. In Zukunft werden noch viele Entdeckungen gemacht, Geräte erfunden und Patienten geheilt werden. Die Möglichkeiten beeindrucken und verstehen zu locken. Aber der Mensch ist auch nur ein Mensch. Und der Tod macht das Leben erstlebenswert.

Lesen Sie mehr zum Thema:

Teil 1: Medizin der Zukunft
Teil 2: Gesundheit ist eine Frage der Technik
Teil 3: Praktische Handy-Apps für Ihre Gesundheit

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