Langweile oder Dauerspaß? So beschäftigen Sie Kinder

"Mir ist so fad" - das darf, nein muss sogar sein. Und ist ganz wichtig für die Entwicklung der Kinder.

So werden Kinder richtig beschäftigt

Wie beschäftige ich meine Kinder am sinnvollsten? Welche Kinderspiele sind die richtigen? Und: Wie lange können Kinder auch mal alleine spielen? Fragen, auf die es keine pauschalisierten Antworten gibt. Aber einen eindeutigen Tenor: Dauerbespaßung tut den Kindern nicht gut. Langeweile schon mal.

Raum für Kreativität

Der Zeitplan steht! Am Vormittag Kindergarten oder Krabbelgruppe. Am Nachmittag Spielegruppe. Musikfrüherziehung. Bastelstunde mit Mama. Zoobesuch. Und und und. 

Natürlich, gemeinsame Unternehmungen und Kinderspiele mit Mama oder Paps sind wichtig, stärken die Bindung und prägen die Kinder. Aber: Was zuviel ist, ist zuviel.  "Ständige Unterhaltung würde sogar zu einer negativen Entwicklung des Kindes führen, zum Beispiel einer geringen Frustrationstoleranz, Fantasielosigkeit, Rastlosigkeit, Stresssymptomen oder den typischen Anzeichen sogenannter Tyrannenkinder. Diese Kinder wollen dann ständig unterhalten werden und fordern dies auch ein", sagt die Pädagogin Helga Maria Knosp.

Lassen Sie Ihr Kind Kind sein. Es darf sich Spiele mit Freunden ausdenken und dabei auch mal richtig dreckig werden.
Helga Maria Knosp

Qualitative Freizeit ist nicht immer nur Erwachsenen-geführt und bestens auf das Kind abgestimmt. Im Gegenteil: Kleinere Kinder lieben es etwa in den Mama-Alltag integriert zu werden. Beim Kochen helfen, bei der Hausarbeit, den Hund zu füttern, Unkraut im Garten zu jäten.

Größere Kinder brauchen das freie Spielen mit Freunden. Das ungestörte und auch unbeaufsichtigte Spielen unter Gleichaltrigen, am besten im Freien.

"Sie sollen die Kinder dabei nicht unterhalten oder gar mit ihnen mitspielen. Erledigen Sie den Haushalt und verbieten Sie jeglichen Medienkonsum. Fernsehen, Tablets, Handys und Spielkonsolen sollten absolut tabu sein, wenn Freunde zum Spielen eingeladen sind", so die Expertin. Und: "Weniger ist mehr: Reduzieren Sie wöchentlich angeleitete Beschäftigungen, wie Kurse oder Hobbys."

Langweile wichtig für die Entwicklung

In der Tat, Langweile ist mühsam und anstrengend, für das Kind wie für die Eltern. Aber eben wichtig für die Entwicklung. Ab dem Kindergartenalter heißt es, sich zurückzuhalten. Keine Vorschläge zur Beschäftigung zu machen und das Kind zu ermutigen, sich selbst etwas zum Spielen zu suchen.

Nach dem ersten Jammern, Trotzen und lästig sein wird es das tun. Und hat dabei gelernt mit den negativen Gefühlen umzugehen und von sich aus etwas an der Situation zu verändern.

Auch kleinere Kinder können schon langsam ans Alleine-Spielen herangeführt werdenBeginnen Sie etwa gemeinsam mit Bausteinen zu bauen oder etwas zu malen und erklären Sie dann nach einiger Zeit, dass Sie nun etwas anderes machen müssen. 

Dabei sein ist alles

Für Kinder ist die Anwesenheit von Mama oder Papa ganz wichtig. Lassen Sie Ihr Kind bei Ihnen in der Nähe spielen, denn es braucht gerade in jungen Jahren die Gewissheit Ihrer Nähe. Es ist also völlig normal, dass Kinder etwa im Wohnzimmer oder in der Küche spielen wollen und nicht in ihrem eigenen Zimmer. 

Spielen Kinder alleine, sollten sich die Eltern auch nicht einmischen. Solange das Kind dabei zufrieden ist, sollte es nicht gestört werden.  Auch kein Kommentieren („Das hast du aber schön gebaut“) oder gar korrigieren („Schau mal, wenn du es anders machst…“). Wenn es Inputs braucht, wird es Mama oder Papa darum bitten.

Foto: shutterstock/Sunny studio

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