Mein liebstes Kuscheltier, mein allerbester Freund

Stofftiere begleiten durch fröhliche Tage, beschützen in finsteren Nächten und trösten traurige Zwerge.

Kuscheltiere sind mehr als nur Spielzeug.

Besonders hübsch ist Betty nicht. Das linke Ohr fehlt, das Fell ist vom Schmusen verklebt, die Naht am Hinterbein ist aufgerissen und zeigt verletzungsbedingt das weiche Innenleben des Stoff-Teddys. Liebe macht bekanntlich blind. Und geliebt werden die Kuscheltiere - und wie! Das ist auch wichtig so. Die ersten besten Kuschel-Freunde sind für die Entwicklung von Babys besonders wichtig.

Einschlafen ohne Betty? Keine Chance! Erste Beikost-Versuche ohne den geliebten Teddybären? Keinen Hunger! Autofahren ohne kuscheligen Beifahrer? Keine Lust! Ohne Plüschtier ist alles doof.

Wichtiges Bezugs-Tier

Stofftiere sind mehr als nur Spielzeug. Die kuscheligen Gefährten können bereits ab dem vierten bis sechsten Monat eine enorm wichtige Rolle im Leben eines Babys spielen: Als sogenannte Übergangsobjekte geben sie den Kleinen - wenn Mama oder Papa mal nicht da sind - emotionale Sicherheit, Geborgenheit und Halt. Verlässt die Mutter beispielsweise abends das Zimmer, kann das Kuscheltier im Bettchen das Bindungsbedürfnis des Kindes stellvertretend stillen.

"Bereits vor dem ersten Lebensjahr können solche Tiere, Tücher oder Polster wichtige Einschlafbegleiter sein", weiß Kinder-Psychologin Angelika Kerschhuber von young psychology. Etwa ab dem ersten Lebensjahr fungieren die kuscheligen Gefährten auch als Trostspender, wenn es dem Zwerg schlecht geht. Oder als emotionale Stützen, um neue oder herausfordernde Situationen wie Arztbesuche oder den ersten Tag in der Krabbelgruppe oder bei der Tagesmutter zu bewältigen.

Aber auch als Spielgefährten sind Stofftiere die Nummer eins: "Oft durchlebt das Tier stellvertretend für das Kind nochmals Situationen des Alltags, die nachgespielt und so verarbeitet werden", so die Expertin. Die werden zu Zuhörern für kleinere oder größere Sorgen.

Zeit zum Trösten

So ist es nur zu verständlich, dass Tränen kullern, wenn das Stofftier einmal in die Wäsche muss, zuhause vergessen wurde oder gar verschwunden ist. "Ein verlorengegangenes Kuscheltier kann sicherlich als das erste emotionale Verlusterlebnis für das Kind bezeichnet werden. Wichtig ist, dass man die Trauergefühle des Kindes nicht bagatellisiert, sondern sich Zeit nimmt fürs Trösten", rät die Psychologin. Der erste beste Freund kann verständlicherweise nur schwer ersetzt werden. Wichtig ist, das Kind nicht mit einem neuen Kuscheltier zwangszubeglücken. Kinder wählen selbst, wer ihr Wegbegleiter sein darf.

Doppelgänger muntert auf

Möglicherweise kann dem Verlust mit der rechtzeitigen Anschaffung eines kleinen Doppelgängers vorgebeugt werden. Dies geht leicht bei selbstgekauften Kuscheltieren. Wenn Sie selbst ein Plüschtier nähen oder häkeln, denken Sie vielleicht gleich von Anfang an ein zweites Exemplar. Wichtig ist, dass der Doppelgänger das Original öfter mal ablöst, damit er die vertrauten Gebrauchsspuren und den Geruch annimmt.

Foto: shutterstock

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