Geschwister-Alarm! Jetzt wird alles anders

Nicht nur Freud, auch Leid. Für Einzel-Zwerge ist ein Geschwisterchen eine große Umstellung.

Ein Geschwisterchen kommt. Mit Liebe und Zuneigung kann das erste Kind am besten darauf vorbereitet werden. Ein Geschwisterchen kommt. Mit Liebe und Zuneigung kann das erste Kind am besten darauf vorbereitet werden.

Und plötzlich ist er da, der kleine Bruder oder die kleine Schwester. Auf Verstärkung so gefreut - und jetzt ist alles anders. Die Aufmerksamkeit und Zuwendung wird nun geteilt. Allein-Herrschaft gibt's nicht mehr.

Elisabeth Mack ist Kingergartenleiterin, Frühpädagogin und selbst zweifache Mutter.

Mit erneutem Nachwuchs ändert sich eine Familie nicht nur numerisch, das gesamte Familiengefüge gerät ins Wanken. Die Familie muss sich neu orientieren. Das ist nicht nur für Mama und Papa, sondern auch für das ältere Geschwisterchen eine Riesen-Umstellung. Das neue Baby braucht besondere Betreuung, Aufmerksamkeit und Liebe. Besuch kommt für den kleinen Bruder oder die kleine Schwester. Jeder möchte sie kennenlernen. Damit muss der bisherige Einzel-Prinz oder die Einzel-Prinzessin erst mal klar kommen. Und das ist eine enorme Herausforderung für die Kleinen.

Zwischen Freude über das Baby, Enttäuschung über den Verlust der Alleinstellung und Unsicherheit darüber, was vor sich geht, reagieren Kinder auf unterschiedlichste Weise um auf ihre Notlage aufmerksam zu machen. Kinder wissen nicht, ob sie noch wichtig sind, wenn das Baby ständig umsorgt werden muss, ob ihre Eltern sie noch lieb haben, wenn Mama oder Papa weniger Geduld haben, weil das Baby ständig weint.

Ein neues Baby kommt ...

Aber wie können Sie als Eltern Ihr Kind auf ein neues Baby vorbereiten? "Hilfreich ist es, den Kindern zu erzählen, wie es war, als sie noch in Mamas Bauch oder ein Baby waren. Man kann gemeinsam die alten Bilder anschauen, die gemeinsame erste Zeit Revue passieren lassen, quasi in Erinnerungen schwelgen. Ich würde aber auch auf gute Bilderbücher, in denen die Themen Schwangerschaft und Geburt aber auch Geschwistereifersucht kindgerecht aufbereitet sind, zurückgreifen", empfiehlt die Frühpädagogin Elisabet Mack, die auch die Salzburger Geschwisterschule, einen Geburtsvorbereitungskurs für Kinder, leitet.

... und plötzlich ist es da

Trotz guter Vorbereitung ist die Situation mit einem kleinen Geschwisterchen für das ältere Kind komplett neu. Um das neue Familienleben zu erleichtern, sollten sich Eltern an die drei großen Z's halten, so Elisabeth Mack. Zuneigung, Zeit und Zärtlichkeit.

Kinder wollen ernst- und wahrgenommen werden. Sie wollen, dass sich jemand mit ihren Themen beschäftigt. Wichtig ist deshalb, dass Sie auch dem großen Kind „Exklusivzeit“ einräumen. Planen Sie diese Auszeiten am besten schon vor der Geburt des zweiten Kindes, reden Sie etwa mit Oma, Opa oder Taufpate, ob Sie etwa einmal pro Woche oder in regelmäßigen Abständen für einen Nachmittag oder ein paar Stunden Babysitterdienst übernehmen können. Diese Zeit gehört dann nur Ihrem Großen.

Die Expertin rät weiter: "Es ist in den ersten Wochen aber auch ratsam, die tägliche Routine so zu gestalten, dass genug Zeit bleibt, das ältere Geschwister in die Abläufe mit dem Baby einzubinden, dass der Alltag ruhig und von Zuneigung geprägt vonstatten gehen kann, ohne viele Termine und Verpflichtungen, Erwartungen oder Forderungen. Schaffen sie Inseln der Zärtlichkeit, wo sie zusammen kuscheln, als Familie bedingungslos füreinander da sind."

Man wird nicht automatisch zur Familie, nur weil ein neues Familienmitglied dazukommt.
Elisabeth Mack, Geschwisterschule

Die unvermeidbare Eifersucht ...

Dann wäre noch die Sache mit dem "perfekten Abstand" - viele verschiedene Meinungen gehört und für nicht objektiv befunden. Das findet auch die Expertin: "Nun, wenn Sie von mir einen idealen Abstand wissen wollen, den kann ich Ihnen leider nicht liefern. Kinder sind so individuell, Familien haben so unterschiedliche Bedürfnisse. Da gibt es leider kein Patentrezept, das sagt 'Drei Jahre Abstand zwischen den Kindern' und alles wird bestens verlaufen."

Eifersucht wird vermutlich in mehr oder weniger ausgeprägter Form immer ein Thema sein. Familien wissen zum Zeitpunkt der Geburt meist nicht, wie sehr sie das Baby fordern wird, ob genug Kraft für das große Kind „übrig“ sein wird. Manchmal sind Eltern auch von schlechtem Gewissen geplagt und mit der Situation nicht zufrieden. Warum sollten es dann Kinder sein?

Reden Sie mit dem älteren Geschwisterkind und fragen Sie, wie es die neue Situation findet. Eltern können dem Kind erzählen, dass man das Baby auch manchmal als anstrengend erlebt. Man kann die Kinder aber auch fragen, welche Ideen sie haben, damit ihre Situation besser wird. Bei sehr jungen Kindern ist das etwas schwierig, sie drücken ihren Unmut mangels sprachlicher Fähigkeiten meistens mit dem Körper aus. Es kann sein, dass sie in ihrer Not die Mama, den Papa oder das jüngere Geschwister hauen, beißen und zwicken.

Versuchen Sie trotzdem, sich in Ihr großes Kind einzufühlen und die Gefühlslage zu verstehen. Natürlich ist es nicht immer einfach für Eltern auf wütende, frustrierte, eifersüchtige Kinder Rücksicht zu nehmen. Aber Schimpfen und Strafen helfen hier nicht weiter.

... und heikle Fragen

Wie ist das Baby eigentlich in den Bauch gekommen - und wie wieder heraus? Fragen, bei denen Eltern mal der Atem stockt? Der Storch? Quatsch! Diese Fragen sollen kindgemäß und wahrheitsgetreu beantwortet werden. Gefühle wie Glück und Zuneigung sollten mit einfließen.  "Greifen Sie gelegentlich, etwa beim Anblick einer Schwangeren, das Gespräch wieder auf, um zu hören, wie das Kind die Dinge sieht. So können sie auch herausfinden, was das Kind  bereits verstanden und was es eventuell in seiner Fantasie daraus gemacht hat."

Fotos: shutterstock/Andresr, Die Kinderbetreuer

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