Working Mum: nach der Babypause zurück im Job

Konferenz und Kochtopf: Drei Mamas erzählen über die Doppelbelastung und ihre Notfallpläne.

Viele Frauen bringen Arbeit und Baby unter einen Hut.

"Home office ist eine super Möglichkeit"

Arbeit und Baby: ein Balance-Akt zwischen Freude auf die Arbeit und schlechtem Gewissen? 
Nach der Geburt meines Sohnes Elias war ich vier Monate Vollzeit-Mama – diese Zeit habe ich sehr genossen und auch gebraucht, um einen Rhythmus in unser neues Leben zu bekommen. Danach habe ich begonnen, von daheim aus zu arbeiten. Wenn Elias tagsüber geschlafen hat, saß ich meistens vor dem PC. Und auch abends habe ich oft gearbeitet. 

Mit 14 Monaten ging mein Sohn dann in die Krabbelgruppe und ich war wieder für 20 Stunden, später 25 Stunden im Büro. Schlechtes Gewissen hatte ich keines – ich wusste, dass Elias sich in der Krabbelgruppe richtig wohlfühlte. 

Wie gut passen Kinder und Arbeit zusammen?
Ich finde, Kinder und Arbeit lassen sich gut miteinander vereinen. Eine gute Partnerschaft ist dabei sehr wichtig – Hut ab vor allen alleinerziehenden Müttern – und dass die Kinder gut versorgt sind und die Frau somit kein schlechtes Gewissen haben muss. 

Natürlich muss auch der Chef „mitspielen“. Ich habe das Glück, dass mein Chef sehr flexibel ist und mich auch selbstständig arbeiten lässt. Somit konnte ich bis dato Kind und Arbeit sehr gut vereinen.

Welche Notfall-Betreuungspläne gibt es?
Elias ging an vier Tagen bis Mittag in die Krabbelgruppe. Freitags konnte ich den ganzen Tag arbeiten, da er von meinem Freund abgeholt wurde und die beiden einen „Männernachmittag“ verbrachten. Wenn Elias krank war, blieb meistens ich daheim. Wenn ich im Büro einen wichtigen Termin hatte, nahm sich mein Freund Pflegeurlaub. Und auch auf meine Schwester konnten wir im Notfall sehr oft zurückgreifen. Großeltern haben wir leider nicht in der Nähe und andere Alternativen wie Leihoma, Babysitter, Tagesmutter usw. kamen für uns nicht in Frage bzw. haben sich nicht ergeben.

Tipps für künftige Working Mums?
Wenn es sich beruflich irgendwie vereinbaren lässt, würde ich mit dem Chef über Home Office sprechen. Das war für mich eine sehr gute Möglichkeit, relativ schnell wieder zu arbeiten und somit „am Ball zu bleiben“.

Und bezüglich Stress kann ich nur sagen, dass ich lernen musste, zu Hause Dinge stehen zu lassen bzw. später zu erledigen. Es kann und muss nicht alles perfekt sein. Somit kann man meiner Meinung nach seine Kinder und die Arbeit genießen und sehr gut miteinander vereinbaren. 

"Sich auch als Mama mal eine Auszeit gönnen"

Arbeit und Baby: ein Balance-Akt zwischen Freude auf die Arbeit und schlechtem Gewissen?
Nein - es war von Anfang an klar, dass ich nach zwölf Monaten zumindest wieder für ein paar Stunden zu arbeiten anfange. Die Kinder wurden einen Tag in der Woche von meiner Mama betreut, da hab ich dann gearbeitet. Da ich wusste, dass sie in den besten Händen sind, ging es mir gut dabei. Und zugegeben: Irgendwie hat es schon gutgetan, mal rauszukommen und sich mit "Erwachsenenthemen" zu beschäftigen.

Wie gut passen Kinder und Arbeit zusammen?
Ich denke, das ist ganz stark von den beruflichen Rahmenbedingungen abhängig. Ich bin freiberuflich, da kann ich mir Arbeitszeit und -ort völlig frei einteilen, was natürlich ein großer Vorteil ist. Ich richte mein Arbeitspensum nach den Kindern bzw. nach den Betreuungsmöglichkeiten. Wenn der Kindergarten offen hat, arbeite ich an diesen Vormittagen. Ist er geschlossen, arbeite ich nicht (oder eben am Abend). 

Welche Notfall-Betreuungspläne gibt es?
Sollte ich an den Kindergarten-Vormittagen mein Arbeitspensum nicht schaffen, habe ich den Freitagnachmittag als Puffer, da mein Mann dann ab 14 Uhr daheim ist. Der Notfallplan heißt Oma. Sie ist zwar nicht vor Ort, aber wenn der Hut brennt ist sie so schnell wie möglich da um zu helfen.

Tipps für künftige Working Mums?
Nicht mehr arbeiten als man wirklich guten Gewissens vertreten kann. Ich denke, es ist wichtig, dass die Situation wirklich für alle Beteiligten passt. Essen vorkochen und einfrieren ist sehr hilfreich für Tage, an denen fürs Kochen einfach keine Zeit bleibt. Das Smartphone finde ich sehr hilfreich: Da kann eine dringende berufliche E-Mail auch mal vom Spielplatz aus beantwortet werden.

Wichtig: Sich auch mal als Mami eine Auszeit gönnen: Einen Abend mit Freundinnen, eine Sporteinheit, etc. - das lädt die Akkus wieder auf.

"Beide Eltern sind für die Kinder zuständig"

Arbeit und Baby: ein Balance-Akt zwischen Freude auf die Arbeit und schlechtem Gewissen?
Wie immer bei einem Balance-Akt, neigt man sich mal der einen, mal der anderen Seite zu und gibt sein Bestes, um im Gleichgewicht zu bleiben. Ich arbeite wirklich sehr gerne. Klar gibt es dazwischen aber Phasen, in denen ich zweifle, ob ich alles richtig mache. Mein schlechtes Gewissen fragt mich dann, ob ich schon genug Zeit und Geduld für die Anliegen meiner Kinder habe. Dazu kommt ja noch das schlechte Gewissen mir gegenüber: Wo bleibe ich mit meinen eigenen Bedürfnissen denn?

Wie gut passen Kinder und Arbeit zusammen?
Ich persönlich finde, dass Kinder und Arbeit wunderbar zusammenpassen. Für mich ist beides wichtig im Leben. Ich liebe meine Kinder und kann mir mein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen. Gleichzeitig brauche ich die Herausforderungen, die meine Arbeit und der dazugehörige Alltag eben mit sich bringen. Und nicht zuletzt bedeutet mir meine Unabhängigkeit sehr viel.

Welche Notfall-Betreuungspläne gibt es?
Meine große Tochter geht bereits ins Gymnasium und kommt ungefähr zur gleichen Zeit am Nachmittag heim wie ich. Die Kleine ist im Kindergarten. Am Freitag Nachmittag passt mein Mann meist auf die Kinder auf, da kann ich länger arbeiten. Wenn eines der Kinder krank ist, teilen mein Mann und ich uns die Pflege auf. In den Ferien dürfen die Großeltern einige Zeit mit den Kindern genießen. 

Tipps für künftige Working Mums?
Beide Elternteile sind für das Wohl der Kinder zuständig – nicht nur die Mama! Der Papa darf sich ruhig aktiv bei der Betreuung einbringen. Mein Tipp: Aufteilung der Karenz, Thema Teilzeitarbeit, wer kümmert sich in welchem Ausmaß um die Kinder - solche Vereinbarungen sollten die Eltern, bei aller Freude auf das Baby, bereits vor der Geburt treffen. Diese Vereinbarungen wirken sich ja noch viele Jahre später aus, auch wenn sie natürlich je nach Situation dann wieder angepasst werden können.

Fotos: privat

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