Schwiegermonster? Wenn Eltern Großeltern werden

Oma und Opa sind Unterstützer, Helfer, Notfallplan - können aber auch zur Beziehungsprobe werden.

Oma und Opa sind für Kinder wichtige Bezugspersonen.

Mit der Geburt eines Kindes werden die Rollen in einer Familie neu gemischt: Aus Kindern werden Eltern, aus Eltern werden Großeltern. Mit dem neuen Erdenbürger treten Eltern und Schwiegereltern in die zweite Reihe, sie sind nicht mehr die Beschützer ihrer Kinder. Sondern diese haben nun ein eigens Kind zu beschützen. Die Familie muss neu definiert werden.

Das Paar bekommt mit einem Kind auch Großeltern dazu, die eine Rolle im Leben des Kindes für sich beanspruchen. Sie wollen am Leben des neuen Erdenbürgers teilhaben, wollen Bezugspersonen, Beschützer, Wissende und Liebende sein. Nicht einfach für beide Seiten!

Während die Messlatte bei der eigenen Mutter meist nicht so hoch gelegt wird, gehen die Erwartungen an eine Schwiegermutter beinahe ins Unermessliche: Sie darf keinesfalls unangemeldet vor der Türe stehen, sich nicht ständig in das neue Familienglück mischen. Sie darf keine Erfahrungen weitergeben und nichts besser wissen. Sie muss aber ohne Klagen und Umschweife bereit stehen, wenn Not am Mann, der Frau ist. Sie muss helfen, aber wehe sie mischt sich ungefragt in das Leben der Familie oder die Kindererziehung ein.

Schweigen ist nicht immer Gold

"Wichtig in dieser Phase ist, dass mit den (Schwieger-)Eltern darüber gesprochen wird, dass sie wertvoll sind und gebraucht werden. Die Unterstützung der Großeltern und deren Meinung sind auch weiterhin wichtig. Aber es muss auch ganz klar ausgesprochen werden, dass bei der Kindererziehung die Entscheidung der Kindseltern zu akzeptieren ist", rät Diplom-Lebensberaterin Irene Mitterbacher. Umso wichtiger ist, dass die jungen Eltern ihre Entscheidungen absprechen und gemeinsam treffen.

Ein bisschen Zuviel ist erlaubt

Trotzdem sollten Eltern nicht vergessen: Omas und Opas sind wichtige Bezugspersonen der Kleinen. Jeder Mensch, der liebevolle Großeltern gehabt hat, erinnert sich gerne daran. Auch - wie schön es war, dass einmal etwas mehr erlaubt war als zuhause. Sollte das „etwas zuviel“ aber klar ausgesprochene Regeln überschreiten, muss das mit den Großeltern unbedingt angesprochen werden. "Erklären Sie auch, was ihnen daran so wichtig ist. So ein Gespräch kann unangenehm sein, daher ein kleiner Tipp. Beginnen Sie das Gespräch immer mit großer Wertschätzung und Dankbarkeit, dass sie so gut unterstützt werden", weiß die Beziehungs- und Paarexpertin.

Und zu guter Letzt: Akzeptieren Sie auch Schwächen und Fehler der Großeltern. Setzen Sie die Maßstäbe nicht zu hoch, Seien Sie manchmal auch nachsichtig - schlussendlich geht es allen Beteiligten nur um Eines: um das Wohl des Kindes.

 

Foto: shutterstock/CroMary

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