Kreißsaal und Wehen: So läuft die Geburt

Gruselgeschichten rund um die Geburt gibt es zur Genüge. Das passiert wirklich im Kreißsaal.

Die Schwangerschaft neigt sich dem Ende zu, bald halten Sie Ihren Spatz im Arm. So läuft die Geburt Ihres Babys.

Wenn die Wehen regelmäßig, in kurzen Abständen und schon eher schmerzhaft spürbar sind, der Muttermund sich bereits einige Zentimeter geöffnet hat, dann ist es nicht mehr weit, bis Sie Ihr kleines Baby in die Arme schließen können.

Doch ein bisschen Arbeit liegt noch vor Ihnen und dem Baby. Sind alle Zeichen auf „Geburtsstart“ dann steht der Bald-Mama eine Hebamme zur Seite. Während der Geburt ist die Hebamme Ansprechpartnerin, Trösterin, Motivatorin und Beistand für die zukünftigen Eltern – bei normalem Verlauf begleitet die Hebamme die Geburt bis zum Schluss alleine. Sie unterstützt beim Durchatmen der Wehen, zeigt Entspannungstechniken, hilft bei verschiedenen Gebärpositionen, überwacht den Kreislauf der Mutter, die Herztöne des Babys und kümmert sich darum, dass es der Familie gut geht. Sie übernimmt die Erstversorgung des Neugeborenen, die Nachversorgung der Mutter und überwacht die Nachgeburtsperiode.

Die Geburt verläuft in drei Abschnitten

Sie beginnt mit der Eröffnungsperiode, wenn die Wehen regelmäßig werden und den Muttermund langsam öffnen. Mit zunehmender Wehentätigkeit verkürzen sich die Abstände zwischen den Wehen. Die Geburt schreitet voran und so wird es für die werdende Mama anstrengender.

In der Austreibungsphase dürfen Sie Ihr Baby in die Welt hinausschieben. Nun dürfen Sie pressen, mit jedem Mal kommt Ihr Baby der Welt näher. Nicht mehr lange und Sie halten Ihren Liebling in den Armen. Ein unbeschreiblich umwerfendes Gefühl!

Die Nachgeburtsperiode ist geprägt von der Ablösung der Placenta durch eine Nachgeburtswehe. Anschließend schiebt die Mutter mit Hilfe der Hebamme über die geöffneten Geburtswege die Placenta heraus. Dann kommt es zu Nachwehen, die der Blutstillung und der Rückbildung der Gebärmutter dienen.

So helfen Sie Ihrem Liebling auf die Welt

Hebamme Eva Kranvogel-Kowarik, die auch für den Milupa Eltern + Baby Service Fragen der (werdenden) Eltern beantwortet, weiß, wie Sie am besten durch die Stadien der Geburt kommen. Eins vorweg: „Seien Sie positiv eingestellt, glauben Sie keine Schauergeschichten und lesen Sie nicht in einschlägigen Internetforen. Freuen Sie sich, dass es losgeht und nur mehr Stunden dauern kann, bis Sie Ihren größten Schatz in Händen halten und kuscheln können.“

Tipps für die Eröffnungsphase

Erinnern Sie sich an erlernte Entspannungstechniken aus dem Geburtsvorbereitungskurs und wenden Sie die ruhige Bauchatmung während der Eröffnungswehen an, um Ihren Körper während der Wehenarbeit und Ihr Ungeborenes mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen.

Horchen Sie gut in sich hinein, was Ihnen gut tut. Bleiben Sie flexibel und locker. Nicht verspannen und verkrampfen, Kiefermuskulatur locker lassen – tönen Sie und veratmen Sie die Wehen.

Gegen Schmerzen gibt es krampflösende Zäpfchen, schmerzlindernde Infusionen oder eine PDA. Je nach Geburtsfortschritt werden Sie von der betreuenden Hebamme beraten und wenn nötig medikamentös unterstützt.

Nehmen Sie immer wieder eine aufrechte Positionen ein. Die aufrechte Haltung hilft mit, dass sich das Baby richtig im Geburtskanal einstellt.

Ihr Partner kann Sie in dieser Phase gut unterstützen: Er gibt Ihnen zu trinken, wischt Ihnen den Schweiß von der Stirn, hilft beim Lagerungswechsel, massiert den Rücken und ist einfach für Sie da.

Tipps für die Austreibungsphase

Eine aufrechte Gebärposition - zum Beispiel mit Gebärhocker oder im Vierfüßlerstand - begünstigt den Geburtsvorgang während der Austreibungsphase, weil mit Hilfe der Schwerkraft das Pressen leichter geht.

Sobald der Muttermund vollständig geöffnet ist, müssen Sie beim Pressen auch die Luft anhalten, damit es effektiv genug ist. 

Und freuen Sie sich auf das, was kommt - eine Zukunft gemeinsam mit Ihrem Baby.

Foto: shutterstock/Javen

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