Essen lernen: Jetzt gibt's Brei!

Mit einer kleinen Portion Brei & einer großen Portion Geduld den Umgang mit fester Nahrung lernen.

Das Essverhalten eines Kindes hängt einerseits von den eigenen Vorlieben ab, andererseits von den Gewohnheiten von Mama und Papa. Im Zeitraum zwischen Schwangerschaft und zweitem Lebensjahr haben die Eltern großen Einfluss darauf, wie sich der Geschmack entwickelt. Eine ausgewogene Ernährung ist deshalb schon ab dem Beikostalter wichtig. Wer noch dazu ganz ohne Zwang das Essen lernt, bekommt von Anfang an eine gesunde Einstellung mit auf den Weg.

Eine kleine Portion Brei und eine große Portion Geduld.

Beikost: Ab wann zufüttern?

In den ersten Lebensmonaten ist Muttermilch die beste Kost für Babys. Sie ist leicht verdaulich und belastet Stoffwechsel und Nieren nicht. Muttermilch enthält darüber hinaus wichtige Abwehrstoffe. Ab wann genau das Zufüttern mit Babybrei nötig ist, darüber scheiden sich die Geister.

Zwischen viertem und sechstem Lebensmonat sind Verdauung und Stoffwechsel jedenfalls so weit fortgeschritten, dass die Nahrungspalette um Breikost ergänzt werden sollte. Denn Milch alleine kann den Nährstoff- und Energiebedarf jetzt nicht mehr erfüllen. Die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit rät, zwischen 17. und 26. Woche mit der Beikosteinführung zu beginnen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist zurückhaltender: Sie empfiehlt, die ersten sechs Monate ausschließlich zu stillen - eine Aussage, mit der nicht alle Stillexperten konform gehen. Einig ist sich die Fachwelt darüber, dass Muttermilch auch nach Einführung der Beikost eine wichtige Nährstoffquelle darstellt.

Im Zeitraum zwischen Schwangerschaft und zweitem Lebensjahr haben die Eltern großen Einfluss darauf, wie sich der Geschmack des Sprösslings entwickelt.

Was ist als Beikost erlaubt?

Egal ob aus dem Gläschen oder selbst gekocht - die Auswahl ist groß: Von Gemüse und Fleisch bis zu Getreide und Obst ist alles möglich. Die einzigen Vorschriften: Frisch zubereitetes Essen muss gut durchgegart oder gedünstet sein und vor dem Füttern mit Sorgfalt püriert werden. Zu Beginn noch sehr fein, dann grober.

Zwischen 10. und 12. Monat wird zu klein geschnittener Nahrung übergegangen. Zucker, Honig oder künstliche Süßungsmittel sowie Salz sind bei der Zubereitung tabu. Auch ganze oder grob gehackte Nüsse bergen Gefahren, weil sie durch das Einatmen in die Lunge geraten können.

Wie lernen Babys essen?

Die erste Beikost soll gedünstet, warm und püriert gefüttert werden. Kleine Mengen von zwei bis drei Teelöffeln reichen für den Anfang aus. Jetzt heißt es: Mit gutem Beispiel vorangehen, denn Kinder lernen durch Nachahmung. Die Portionen werden in den Folgewochen nach und nach gesteigert. Hilfreich: Neue Nahrungsmittel anfangs nach und nach probieren und nicht mit anderen Zutaten vermischen, damit sich die Geschmacksnerven langsam daran gewöhnen können.

Wichtigste Regel: Auf keinen Fall den Nachwuchs zum Essen zwingen, sondern lieber mehrere Versuche machen. Bis das Baby seinen ersten Geburtstag feiert, sollte es Schritt für Schritt an das Essen mit Löffel und im Familienrhythmus gewöhnt werden.

Übrigens: Sie können leicht erkennen, ob Ihr Baby auch wirklich bereit für die Beikost ist. Nämlich dann, wenn es häufiger Hunger hat als sonst, Dinge zielsicher in den Mund steckt, den Babybrei nicht mehr ausspuckt, die ersten Zähne kommen und es am Essen anderer interessiert ist.

Zu welchem Tageszeitpunkt wird Beikost gefüttert?

Ob Sie Ihr Baby in der Früh, zu Mittag oder am Abend mit Beikost ernähren, ist zunächst egal. Viel wichtiger: Hören Sie auf das natürliche Hunger- und Sättigungsgefühl Ihres Nachwuchses. Und füttern Sie dann mit Babybrei, wenn Sie die Zeit und Ruhe dafür haben. Ohne Stress an die Sache heranzugehen gilt auch für das Abstillen: Sie können so lange weiterstillen, wie Sie und Ihr Kind sich gut damit fühlen.

Fotos: Beneda Miroslav/shutterstock; Africa Studio/shutterstock

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