Die Welt ertasten: Ab wann lernen Babys greifen?

Schon Säuglinge besitzen einen ersten Greifreflex. Erst Monate später lernen sie, die Welt gezielt zu "ertasten". Motorikspielzeuge unterstützen sie dabei.

Babys machen sich ein Bild von der Welt, indem sie sie Schritt für Schritt ertasten und „ergreifen“.

Neugeborene können ganz schön fest zudrücken. Zum Beispiel, wenn sie ihre Finger wie eine Faust fest um den Finger eines Erwachsenen wickeln. Der Greifreflex ist jetzt noch instinktiv und unbewusst, der Säugling hat noch keine Kontrolle darüber. Erst ab dem fünften Lebensmonat können Babys gezielt nach Gegenständen greifen.

Babys können ab dem fünften Monat gezielt greifen

Das bewusste Greifen erfolgt Schritt für Schritt: Im Alter von zwei bis drei Monaten nimmt das Baby die eigenen Fingerbewegungen wahr. Zum Beispiel, indem es beide Hände vor dem Gesicht zusammenführt. So werden Bewegungsabläufe und Hand-Augen-Koordination von selbst erlernt und verinnerlicht. Mit der Zeit bringt der Knirps die eigenen Handgriffe immer mehr unter Kontrolle. Im Alter von ungefähr fünf Monaten ist er soweit, die Hand gezielt nach einem Gegenstand auszustrecken und ihn abzutasten.

Die Welt „ergreifen“

Das Greifen hilft maßgeblich dabei, die Umwelt wahrzunehmen. Fühlt sich etwas warm oder kalt an, rau oder glatt? Welche Gegenstände lassen sich vom Boden aufheben, welche kann man nur angreifen aber nicht in die Hand nehmen? All diese Informationen werden im Gehirn miteinander verbunden. Um möglichst viele unterschiedliche Eindrücke zu sammeln ist es wichtig, Babys beim Ertasten der Welt zu unterstützen. Tipp: In dieser Phase stecken Babys Spielzeug und alles andere, was sie in die Finger kriegen, in den Mund. Auch das hilft, die Welt zu "begreifen". Achten Sie daher auf eine möglichst schadstofffreie Umgebung - vom Spielzeug bis zur Kleidung.

Üben mit Motorikspielzeug

Schon einfaches Babyspielzeug wie Rasseln oder Holzspielzeug motivieren zum aktiven Greifen. Beim Üben hilft außerdem Motorikspielzeug wie zum Beispiel Lernbücher mit Knöpfen, Klettverschlüssen oder Stoffapplikationen. Je mehr unterschiedliche Materialien betastet werden, desto mehr fördert das Lernfähigkeit und Motorik. Noch intensiver ist das Greiferlebnis, wenn Babys ihren unmittelbaren Einfluss auf Gegenstände realisieren: Teig verändert beim Kneten seine Form, ein Softball lässt sich mit den Fingern leicht zusammendrücken. Ein Aha-Erlebnis für den Nachwuchs: Er merkt, dass er mit seinen Handbewegungen etwas bewirken kann - das fördert die Selbstständigkeit.

Scherengriff und Pinzettengriff

Dass Babys in diesem Lernstadium noch mit der ganzen Hand nach Gegenständen greifen, ist normal. Erst ab dem achten Monat beherrschen sie den so genannten Scherengriff – dabei greifen sie mit ausgestreckten Daumen und Zeigefinger nach einer Sache. Einige Wochen später folgt der Pinzettengriff – jetzt können sie Dinge mit den Fingerspitzen aufheben. Sie haben aber noch lange nicht ausgelernt: Handgriffe wie mit dem Löffel essen, zeichnen, Türme aus Holzklötzen bauen oder Schuhe zubinden müssen in den nächsten Monaten und Jahren noch erlernt werden.

 Foto: shutterstock

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