Nackt in die Sauna! Muss das eigentlich sein?

Bei so viel geballter Enthüllung sind gewisse Benimmregeln angesagt.

Nicht jeder fühlt sich wohl im so genannten Adamskostüm, kurz gesagt: splitterfasernackt. In der Sauna ist Nacktheit grundsätzlich ein Muss, allein schon aus hygienischen Gründen.

Tipp für den ersten Saunabesuch: Eine getrennte Sauna aufsuchen, das mindert das Schamgefühl.

Aber auch Menschen mit etwas mehr Schamgefühl müssen nicht aufs gesunde Schwitzen verzichten. Deshalb finden Sie hier Tipps für Sauna-Anfänger: Wie das Nacktsein leichter fällt und welche Benimmregeln es zu beachten gilt.

Warum nackt in die Sauna gehen?

Die Sauna gilt normalerweise als textilfreie Zone. „Das bedeutet, dass man nackt saunieren muss – Badebekleidung in jeder Form ist hier deplatziert“, erklärt Tanja Bruckner vom Hotel & Spa Larimar****S in Stegersbach. Der Hauptgrund dafür liegt in der Hygiene. „Ein Handtuch sollte daher so platziert sein, dass kein Schweiß auf die Bank gelangen kann.“ Außerdem sei die Sauna einer der wenigen Räume, an denen man so vor einen anderen tritt, wie man erschaffen wurde. Mit Kleidung am Körper würde man sich von nackten Saunagästen distanzieren. „Aber die Sauna soll ein Ort sein, an dem alle in ihrer Nacktheit gleich sind, so wie im Paradies“, fügt Bruckner mit einem Schmunzeln hinzu.

Trotz Schamgefühl in die Sauna

Die gute Nachricht: Nicht alle Saunabesucher sind bekennende Nudisten oder Spanner. Die allermeisten möchten einfach nur die entspannende und gesundheitsfördernde Wirkung des Schwitzens genießen – dafür ist es nun einmal nötig, die Hüllen fallen zu lassen. Richtig nackt ist man meist ohnehin nur in der Saunakabine, wo man Bademantel oder Handtuch ablegt. Und dort ist das Licht gedämpft, sodass man nicht jedes Detail am Körper erkennen kann. Wer sich trotzdem unwohl fühlt setzt sich so hin, dass gewisse Stellen verdeckt sind. Und noch ein Tipp für Anfänger: „Wer anfangs ein sehr große Scheu davor hat sich nackt oder fast nackt in eine Sauna zu setzen, der sollte sich für den ersten Besuch keine gemischte Sauna aussuchen, das macht die Sache gleich viel einfacher“, rät Bruckner.

Die Sauna soll ein Ort sein, an dem alle in ihrer Nacktheit gleich sind, so wie im Paradies.

Saunaregeln: Wie man sich unter Nackten richtig verhält

Bei so vielen Nackten auf so wenig Platz kann sich der eine oder andere schnell in seiner Intimsphäre gestört fühlen. Deshalb gilt: mindestens eine Armlänge Abstand zum nächsten Gast. In einer vollbesetzten Sauna am besten vorher den Sitznachbarn fragen, ob der Platz noch frei ist. Ist das geschafft, kommt die Frage auf: Wohin mit den Augen? Man muss nicht unnatürlich auf den Boden starren, aber einen anderen Besucher zu lange anzuschauen kann für Unbehagen sorgen. Und Vorsicht: Frauen wie Männer wollen hier entspannen – die Sauna ist sicher nicht der richtige Platz, um ungeniert zu flirten. Grundsätzlich gilt ohnehin: Die Sauna ist kein Ort für angeregte Unterhaltungen.

Alternative: Die familienfreundliche Textilsauna

Wer sich trotzdem nicht nackt in die Sauna wagt, kann es mit einer Textilsauna versuchen. Dort können sich Menschen mit erhöhtem Schamgefühl und jene, denen Nacktheit vor anderen aus religiösen Gründen untersagt ist, zum Schwitzen treffen. Auch, wer gemeinsam mit der Familie saunieren möchte, fühlt sich in einer Textilsauna vielleicht besser aufgehoben. Denn Nacktsaunen sind für Kinder unter 12 bis 15 Jahren meist verboten. Beim Saunieren in Textilsaunen ist folgendes zu beachten: Aus hygienischen Gründen ist eine Nacktdusche vor und nach jedem Saunagang notwendig. Die Sauna selbst darf nur mit trockenen Textilien betreten werden. Frauen sollten einen Bikini anziehen, da ein Badeanzug einen Hitzestau verursachen kann.

Fotos: dm, Sandra van der Steen /shutterstock

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