Mülltrennen: Was bringt's?

Ist das separate Sammeln von Abfall sinnvoll oder kommt am Ende doch wieder alles zusammen?

Nicht jede Art von Müll ist unbrauchbar – richtiges Trennen ist wichtig für die Wiederverwertung von Rohstoffen.

Nicht alles, was weggeworfen wird, ist unbrauchbar: Warum Recycling von Müll wichtig ist und wie aus Abfällen neue Produkte werden.

Fast vier Millionen Tonnen Abfall produzieren Herr und Frau Österreicher jedes Jahr. Mehr als die Hälfte davon wird bereits getrennt gesammelt. Ein guter Wert: Damit zählt die Alpenrepublik laut Altstoff Recycling Austria (ARA) zu den fleißigsten Abfallsortierern Europas.

Warum ist Mülltrennen wichtig?

Vorweg: Müll ist nicht gleich Müll. Nicht jede Art von Abfall ist unbrauchbar, also Restmüll. Abfall enthält auch wertvolle Rohstoffe. Damit diese in der Industrie wiederverwertet werden können, ist eine möglichst genaue Sortierung notwendig. Viele Abfälle werden dort als Sekundärrohstoffe eingesetzt – das schont Energie- und Chemieressourcen. Mülltrennen tut nicht nur der Umwelt gut, sondern auch der eigenen Geldbörse. Denn: Je geringer das Volumen des Restmüllbehälters eines Haushaltes ist, desto geringer auch die Kosten für die Entsorgung.

Kommt am Ende eh' alles wieder zusammen!?!

Nein! Ein Gerücht, das sich hält aber so nicht stimmt. Es ist deshalb auf jeden Fall sinnvoll, Materialien wie Papier, Glas, Metall und PET-Flaschen getrennt zu sammeln - sowohl für die Umwelt als auch aus wirtschaftlichen Gründen. Glas würde zum Beispiel bei der Müllverbrennung nur stören, weil es nicht brennt. Besser also, man verwertet es wieder. Auch Papier lässt sich mehrmals wiederverwerten. Warum werden PET-Flaschen recycled, aber der restliche Plastikmüll verbrannt? Die Antwort ist einfach: Das Trennen würde beim Plastik keinen Sinn machen, weil es zu viele unterschiedliche Plastikarten gibt. Für das Recycling sollten die Ausgangsmaterialien aber einheitlich sein - wie eben bei PET-Flaschen der Fall.

Tipp: Ab und zu mal einen Blick auf Flohmärkte oder soziale Tauschbörsen im Internet werfen – dort kann man Produkte verkaufen, tauschen oder verschenken.

Müll eignet sich hervorragend zur Wiederverwertung. Hier einige Beispiele:

Aus Altpapier wird Verpackung

Altpapier wird zu Verpackungen aus Papier, Karton, Pappe oder Wellpappe verarbeitet. In Österreich bestehen Verpackungen sogar zu einem sehr hohen Anteil aus altem Papier.

Vom Gurkenglas zur Flasche

Auch aus Altglas werden Glasverpackungen hergestellt – daher müssen Weiß- und Buntglas getrennt entsorgt werden. In der Fabrik werden Fremdkörper aussortiert, dann wird das Altglas zerkleinert und bei 1.600 Grad Celsius geschmolzen, bevor es wieder zu Flaschen & Co. verarbeitet wird.

Vom Sackerl zum Pflanzentopf

Aus nicht mehr benötigten Plastikverpackungen werden neue Produkte wie zum Beispiel Pflanzentöpfe, Rohre oder Kübel produziert. Nicht mehr verwertbares Material aus Kunststoff wird als Brennstoff eingesetzt.

Aludosen als Rohstoff für die Industrie

Auch Gebrauchsgegenstände aus Metall wie zum Beispiel Getränkedosen oder Eisenschrott kann die Industrie gut gebrauchen: Sie werden zerkleinert, automatisch sortiert und in Stahl- und Aluminiumfabriken als so genannte Sekundärrohstoffe wieder eingesetzt.

Von der Biotonne in die Biogas-Anlage Bioabfälle werden zu hochwertigem Kompost verwandelt oder zur Erzeugung von Biogas benutzt.

Erst vermeiden, dann trennen

Sorgfältige Abfalltrennung kann die Umwelt also erheblich entlasten. Noch sinnvoller ist es aber, Müll von vornherein zu vermeiden. Schon einfache Maßnahmen können laut Lebensministerium eine bis zu zehnfache Umweltentlastung bringen: Produkte mit dem österreichischen Umweltzeichen verwenden, Lebensmittel regional einkaufen, auf wiederverwendbare Produkte wie zum Beispiel Mehrwegflaschen setzen. Außerdem: Kaputte Produkte reparieren statt sofort zu entsorgen, Unnötiges erst gar nicht kaufen.

Tipp: Bastlen als Recycling-Idee - macht Spaß, Sinn und liegt voll im Trend. Wir zeigen Ihnen zum Beispiel, wie Sie aus leeren Babygläschen einen originellen Adventkalender bastlen können.

Foto: Alazy/shutterstock

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