"Das Persönliche, Markante ist gefragt"

Interview: Beauty-Experte Sergej Benedetter über Models, Make-up und Schönheits-Trends.

Fühlen Sie sich schön? Und: Was ist Schönheit überhaupt? Darüber ließe sich lange diskutieren. Gut zu wissen: Auch Models sind heute nicht mehr einfach nur schön. Vielmehr geht es um interessante Typen. Und darum, das Beste aus seinem Typ herauszuholen. Top-Visagist Sergej Benedetter verrät im Interview, wie’s geht.

Schminktipps von Sergej Benedetter
Top-Visagist Sergej Benedetter: Mit kleinen Make-up-Tipps die eigene Schönheit betonen.

Kann man jede Frau „schön machen“?

Ja. Das ist auch die Aufgabe meiner Make-up-Schule, wir arbeiten nur mit Nicht-Models. Unsere Schüler absolvieren ihre Ausbildung ausschließlich an Normal-Sterblichen.

Grundsätzlich sind Sie ein Fan von natürlicher Schönheit, oder?

Im Sinn von weniger ist mehr, ja. Überschminken ist nie gut. Man kann mit kleinen Make-up-Tipps die eigene Schönheit betonen. Ich bin kein Freund von diesen Masken, unter denen das Gesicht samt seinen Zügen verschwindet. Oder wo der Hals dann eine ganz andere Farbe hat als das Gesicht.

Was machen viele Frauen faslch?

Es ist bei vielen noch immer nicht ganz angekommen, dass auch Hals und Ohren zum Gesichtsbereich gehören, und die Make-up-Farbe ausschließlich an der Haut am Hals ausgesucht wird. Hat man die Haare zurückgekämmt, muss man auch die Ohren schminken. Nichts ist schlimmer als eine braune Gesichtsfarbe und rote Ohren. Man schminkt auch von unten nach oben und nicht umgekehrt.

Was sind denn die Basics, die man braucht, um sich selbst jeden Tag zu verschönern?

Man muss sich zuerst über seinen Hauttyp im Klaren sein. Und welcher Typ Frau man ist, der klassische, der sportliche, der romantische, der avantgardistische, der burschikose oder der feminine, sexy Typ. Es gibt gewisse Merkmale, an denen man seinen Typ erkennt, meistens ist man eine Mischform. Man sollte wissen, zu welchem Typ man tendiert.

Was gehört zur Grundausstattung?

Für die Grundausstattung braucht man ein typgerechtes Make-up. Und: Man braucht Farben für den Sommer und für den Winter, weil sich die Haut ja verändert. Je nach Hauttyp benötigt man ein Puder. An sich bin ich zwar ein Gegner davon, weil es älter macht. Aber bei fettiger Haut kommt man nicht drum herum. Dann schminkt man sich am besten ganz ohne Make-up, nur mit Puder, weil das das Fett absorbiert.

Was darf neben Puder noch nicht im Schminkkästchen fehlen?

Wimperntusche, Lipgloss und Lippenstift, vielleicht einen Konturstift. Lidschatten und Rouge kann man für die Kosmetiktasche, die man mitnimmt, im Package kaufen, das nimmt weniger Platz weg.

Was kommt unters Make-up?

Feuchtigkeit. Make-up besteht aus Wasser, Ölen oder Puder, das trocknet die Haut aus. Deshalb braucht man eine Unterlage. Und hier muss man aufpassen, weil sich manche Unterlagen nicht mit Make-up verbinden. Deshalb ist es wichtig, nur Feuchtigkeitscremen zu verwenden, sonst kann das Make-up bröselig werden. Beim Make-up sollte man sich immer das Beste von allen Marken aussuchen. Eine Kosmetikfirma ist nie von A bis Z perfekt.

Was ist bei der Pflege wichtig? Soll man hier bei einer Marke bleiben?

Das empfiehlt sich. Aber ab und zu muss man umsteigen, weil die Haut irgendwann nicht mehr darauf reagiert. Nach fünf Jahren sollte man die Produkte austauschen und sich etwas Neues suchen.

Sie leben von und mit Trends. Welchen Stellenwert sollen sie für jeden Einzelnen haben?

Man soll nie einem Trend blind nachlaufen, sondern sich nur das herausnehmen, was wirklich zu einem passt. Es ist besser, eigene Trends zu setzen und dabei nicht zu übertreiben.

Was erwartet uns im Herbst 2014 in Sachen Schönheit?

Der Herbst wird petrolfarben, viel Dunkelgelb, Bordeaux. Für mich ist jeder Herbst ein bisschen wie der vorige. Richtig Neues kann es nicht mehr geben. Neues ist vergessenes Altes. Man holt etwas aus der Schublade hervor, gibt etwas anderes dazu und schon ist der Trend fertig. Diesen Herbst ist es zum Beispiel Dunkelgrün. 

****

Steckbrief

Sergej Benedetter 

  • Ist 1969 in Russland geboren und kam in den frühen Neunzigern nach Wien.
  • International tätiger Make-up-Artist, Haarstylist, verbindet auch Kunst und Mode.
  • Arbeitet unter anderem in Mailand, Paris, Tokio, London, Moskau und St. Petersburg, vor allem mit Topmodels.
  • Eine Auswahl seiner Kunden: dm drogerie markt, Vogue, Mercedes, Villeroy & Boch, Adidas.
  • Ist regelmäßig für dm im Einsatz, zum Beispiel als Leiter der dm beauty academy oder als Visagist für Fotoshootings.
  • Hat eine Make-up Schule in Kooperation mit HeadQuarters (Schleifmühlgasse 15, 1040 Wien, www.headquarters.at)
  • www.sergejbenedetter.com

Foto Sergej Benedetter: Fotostudio Weinper

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